Mit fischer den Ball ins Tor dübeln

EM-2012-Spielplan von fischer © at

EM-2012-Spielplan von fischer © at

Passend zur Europameisterschaft der Herren in Polen und der Ukraine brachte der schwäbische Spezialist für Befestigungssysteme fischer für seinen chinesischen Kundenkreis einen EM-2012-Spielplan heraus. Denn neben Badminton und Tischtennis ist auch Fußball hierzulande sehr beliebt, Millionen Chinesen sitzen in diesen Wochen nachts vor dem Bildschirm, um die Spiele in Europa zu verfolgen. In die Schlagzeilen hat es vor allem ein Fan aus der südchinesischen Provinz Hunan geschafft, der keine einzige Sekunde des Turniers verpassen wollte und nach elf durchwachten Nächten an Herzversagen durch Erschöpfung starb.

Der Fußballsport hat in China eine sehr lange Tradition. Als seine „heimliche Wiege“ bezeichnet es sogar Helmut Brinker, Professor für ostasiatische Kunstgeschichte und Autor des Buches „Laozi flankt, Konfuzius dribbelt“. Schließlich hätten chinesische Historiographen, Literaten und Künstler bereits seit dem zweiten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung das Thema „Fußball“ verfolgt und dessen positive Wirkung auf Körper und Geist gepriesen. Und vor rund einem Jahrtausend habe es erste Fußballklubs und einen regen Spielbetrieb gegeben. Heutzutage strömen bei regulären Spielen der chinesischen Nationalliga tausende Fans – in den Farben ihres Vereins dekoriert – in die Stadien.

Möge bei aller Freude am Sport die Sicherheit der Stadien nicht vergessen werden. Hier kommt die Kompetenz der Schwaben wieder ins Spiel, deren chinesischer Name Huiyu (慧鱼) soviel bedeutet wie „intelligenter Fisch“. Für das WM-Stadion im südafrikanischen Durban mit ca. 70.000 Sitzplätzen lieferte fischer einst über 100.000 Nageldübel und -hülsen.

Weltweit werden Millionen Menschen am 1. Juli das Endspiel der Europameisterschaft 2012 im Kiewer Olympiastadion verfolgen – und die Fußball-affinen, chinesischen fischer Kunden das Finalergebnis in ihren Spielplan eintragen. Bis dahin heißt es Daumen drücken. Oder auf Chinesisch: Gas geben, Jiayou (加油)! at

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Viessmann China wünscht ein frohes Drachenbootfest

Am 23. Juni 2012 – nach chinesischer Rechnung am fünften Tag des fünften Mondes – findet in China das Drachenbootfest statt. Boote werden geschmückt, vergoldet und bunt bemalt; vorne und hinten prangt der Drache.

1874 schrieben die französischen Missionare Évariste-Régis Huc und Joseph Gabet: „Diese Spiele dauern mehrere Tage von früh bis spät, und es fehlt nie an Zuschauern, wandernden Köchen, Weinverkäufern und Gauklern aller Art.“ Und der Sinologe Richard Wilhelm führte 1926 aus: „Bunte Dschunken mit festlichem Schmuck und Drachengestalten rudern auf dem Fluß umher. Auf den Booten werden allerlei Kunststücke und Tänze ausgeführt. Der Drache ist das Symbol der lichten männlichen Kraft, und die Schiffe sind die Erinnerung an jene alten Zeiten, da übers Meer her der heilige Kult gekommen ist. Aber auch hier ist die Freude am Licht mit der Abwehr der Dämonen verbunden. Im Meer, im Fluß sind so viele Seelen Ertrunkener, die nicht teilhaftig werden der Opfer ihrer Nachkommen. Ihnen muß man etwas zukommen lassen; in Schilf gewickelte Reisklöße werden bereitet und als Opfergaben ins Meer geworfen für die Geister dort unten.“

Zahlreiche Unternehmen integrieren das Fest in ihre Marketingkommunikation. So brachte Viessmann China eine interaktive und mit traditioneller Musik unterlegte Online-Grußkarte heraus. Viel Freude beim Klicken und ein frohes Drachenbootfest – 端午佳节快乐! at 

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„Verrückt nach meiner Kaiserin: Unbezahlbar.“ – MasterCard

Für alles andere gibt es MasterCard. © at

Für alles andere gibt es MasterCard. © at

Mit seiner neuen Kampagne „Priceless Beijing“ setzt MasterCard auf einen neuen Trend in China: „experiental luxury“. Vor allem in Peking und Shanghai steigt das Interesse an exklusiven Erlebnissen, bestenfalls an Orten mit privilegiertem Zugang, alljährlich im doppelstelligen Bereich. Laut einer Studie der Boston Consulting Group und von Ipsos entfallen weltweit aktuell 55% aller Ausgaben im Luxussegment auf individuelle Luxuserfahrung, sodass sich erste Marktbeobachter dazu verleiten lassen, von einem „Leben nach dem Bling“ zu sprechen: Lieber eine Afrika-Safari oder Windsurfen in Australien als eine weitere Tasche von Louis Vuitton, Prada-Schuhe oder ein Geschmeide von Cartier als Erfolgs- und Statussymbole. Oder beides?

Nach New York, Toronto und London ist Peking erst die vierte Stadt, in der MasterCard seine „Priceless“-Kampagne ausrollt, die erste in Asien und Hauptstadt eines Landes, in dem laut neuestem Hurun-Report mittlerweile über eine Million US-Dollar-Millionäre leben.

Nach der Registrierung auf der offiziellen Website stehen sämtliche Privilegien allerdings nicht nur chinesischen Karteninhabern, sondern auch Kunden aus aller Welt zur Verfügung: Einen privaten Abschnitt der Großen Mauer erforschen, ein kaiserliches Festmahl im Beihai-Park einnehmen, Tai-Chi am Himmelstempel praktizieren oder mit der Liebsten einen romantischen Sonnenuntergang im exquisiten 5-Sterne-Resort Aman am Sommerpalast genießen – selbstredend ohne die lärmenden Touristenströme. „Verrückt nach meiner Kaiserin: Unbezahlbar.“, heißt es bei MasterCard, chinesisch 万事达 (wanshida), was nicht weniger verspricht, als „10.000 schöne Dinge zu erreichen“. Mit dem nötigen Kreditrahmen – bezahlbar! at

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Mini China geht ab wie eine Rakete

Raketenstarker Produktlaunch: Mini China. © at

Raketenstarker Produktlaunch: Mini China. © at

„Be Mini“ am Weltraumbahnhof Shopping Mall. © at

„Be Mini“ am Weltraumbahnhof Shopping Mall. © at

Wer vermutet, in diesen Tagen würde nur ein chinesischer Raketenstart die Medien beschäftigen, der hat sich getäuscht. Denn neben der staatlichen Raumfahrtbehörde, die am heutigen Tag das Raumschiff Shenzhou 9 in den Weltraum geschossen hat, launchte Mini China seine beiden neuen Sportfahrzeuge Mini Coupé und Mini Roadster. Und dieses hochaktuell ebenso im Zeichen der Raumfahrt. Die zwei neuen Flitzer standen – auf zwei Raketen montiert – auf einer imposanten Abschussrampe vor einem neu eröffneten Pekinger Einkaufszentrum. Abenteuergeist für Mini Kunden garantiert – „Zum Abschuss bereit“ (准备发射)! at

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Global Brands im Zeichen des Drachen

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Drachenjahr-Sonderedition von Smart. © at

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Drachenjahr-Sonderedition von Smart. © at

Die Reichhaltigkeit der chinesischen Symbole und Rituale eignet sich zur Integration in Kommunikationsmaßnahmen sowohl von Konsum- als auch Industriegütern. Voraussetzung ist, dass die kulturellen Konventionen der Zeichennutzung bekannt sind.

Roter Drache mit Eisbecher von Cold Stone Creamery. © at

Roter Drache mit Eisbecher von Cold Stone Creamery. © at

Hohen Symbolwert haben die zwölf Tiere des zyklischen Tierkreises: Ratte, Büffel, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Ziege, Schaf, Affe, Hahn, Hund und Schwein. Die Entstehungsgeschichte, wie es zu diesen zwölf Tieren kam, welche im Gegensatz zu westlichen Tierzeichen nicht nur einen Monat „prägen“, sondern Stunde, Tag, Monat und vor allem ein Jahr, ist sagenumwoben. Die in dem jeweiligen Jahr geborenen Menschen stehen ihr Leben lang unter dem Zeichen ihres Tieres. Das älteste Schriftstück, welches von zwölf Tieren zeugt, lässt sich auf die Qin-Dynastie datieren. Entsprechende Bambushölzer wurden 1975 in der Provinz Hubei entdeckt. Die heutigen zwölf Tiere lassen sich bis in die östliche Han-Dynastie zurückverfolgen.

„Happy 2012“ - KLM Bannerwerbung. © at

„Happy 2012“ – KLM Bannerwerbung. © at

Die Meinungen über Wahl und Reihenfolge der Tiere divergieren und bieten Raum für Volksmärchen und Legenden. Eine Erklärung baut auf dem Verhalten der Tiere zur jeweiligen Tages- oder Nachtzeit auf. Fest steht, dass die zwölf Tiere einen privilegierten Platz im kulturellen Leben Chinas einnehmen. Die westlichen Sternzeichen haben dagegen hierzulande keine Tradition.

Auch Budweiser setzt in seiner Werbung auf die Magie des Drachen. © at

Auch Budweiser setzt in seiner Werbung auf die Magie des Drachen. © at

Am 23. Januar 2012 haben die Chinesen das Jahr des Drachen begrüßt. Dieser wird im Buch der Riten neben dem Phönix, der Schildkröte und dem Einhorn als einer der „vier Herrscher im Tierreich“ aufgeführt und gilt bis auf den heutigen Tag als eine Art Totem der chinesischen Nation. Als Repräsentant der traditionellen Kultur symbolisiert der Drache die Eigenschaften „mächtig“, „edel“, „stark“ oder „lebendig“ und wurde als Schutzgeist und Regen spendendes Wesen verehrt. Ausgrabungen belegen, dass Chinesen Drachen bereits vor über sechstausend Jahren, im neolithischen Zeitalter, Respekt zollten. Und seit der Han-Dynastie wird das Fabelwesen ebenso mit dem Kaiser, „Herrscher auf dem Drachenthron“, in Verbindung gebracht.

Nestlé-Produktaufsteller mit rot-goldenen Drachen. © at

Nestlé-Produktaufsteller mit rot-goldenen Drachen. © at

Zweifelsfrei bietet es sich an, diesen „Kulturfaktor“ auch für die Vermarktung ausländischer Produkte zu nutzen und in Form von visuellen Gestaltungselementen in Werbemaßnahmen zu integrieren. Ein Blick in Unternehmensarchive, u.a. BASF, belegt, dass beispielsweise der Drache schon um 1900 in Werbeanzeigen verwendet wurde.

Heineken-Dekoration im Drachenlook. © at

Heineken-Dekoration im Drachenlook. © at

Heutzutage scheint diese kulturelle Adaptation nicht wegzudenken, wie die folgenden Beispiele eindrucksvoll belegen: Auf einer Bannerwerbung der Fluggesellschaft KLM ist eine Wolke in Drachenform abgebildet, auf Bierdosen von Budweiser heißt es „Year of the Dragon 2012“, einen Nestlé-Produktaufsteller in chinesischen Supermärkten zieren rot-goldene Drachen, Heineken stellte Restaurantdekoration im Drachenlook her, die Eiscrememarke Cold Stone bot in einer Sonderaktion kleine Drachen mit Eisbecher als Kuscheltier an und Cadbury eine kostenlose Dose mit rotem Deckel und goldenem Drachenaufdruck.

Auch Philips wünscht allen Konsumenten ein frohes Drachenjahr. © at

Auch Philips wünscht allen Konsumenten ein frohes Drachenjahr. © at

Diese Farbkombination bestimmt ebenso Kleidungsstücke der kanadischen Marke Roots. Auch Levis und Nike kamen mit Sondereditionen auf den Markt. Lego wiederum präsentierte bei einem Verkaufsevent in der Shanghaier Super Brand Mall ein „Drachengemälde“ und nicht zuletzt werfen selbst kleine Personenkraftwagen große Schatten – ein Drache auf einer Smart-Werbung. Ob Displays von Philips, Taschentücher von Kleenex, ein Service von Starbucks – die Liste ließe sich unendlich weiterführen. Bis zum 9. Februar 2013. Dann wird sich der Drache vorerst von den chinesischen Konsumenten verabschieden. Bühne frei für die Schlange! at

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Physiognomie als Standardisierungshindernis

Levis in China: Unterschiedliche Körpergrößen und -proportionen verlangen nach Marktanpassung. © at

Levis in China: Unterschiedliche Körpergrößen und -proportionen verlangen nach Marktanpassung. © at

Ausländische Unternehmen erkennen in China sehr bald, dass die zu Hause erfolgreichen Marketingstrategien nicht ohne Adaptation übertragen werden können. Um von den chinesischen Konsumenten angenommen zu werden, müssen zahlreiche Produkte an den Markt angepasst werden, beispielsweise aufgrund divergierender physiognomischer Gegebenheiten.

Speziell entwickelt für asiatische Haut: Clinique. © at

Speziell entwickelt für asiatische Haut: Clinique. © at

Asiaten kommen ausnahmslos mit schwarzen Haaren zur Welt. Procter & Gamble hat sein Produkt Pantene Pro-V dieser Realität angepasst. Das Haarwaschmittel gibt es in China speziell für schwarzes Haar: „dunkel-schwarz-glänzend-leuchtend“ (乌黑莹亮, wuhei yingliang). Auch bei Beiersdorf ist man überzeugt, dass sich Markterfolg primär durch maßgeschneiderte Produkte einstellt. In der Hamburger Zentrale wurde daher ein eigenständiges Asienlabor eingerichtet, um in intensiver Zusammenarbeit mit den Tochtergesellschaften in Asien die „Consumer Insights“ umzusetzen. Mit Produkten, die den Wunsch der chinesischen Männer nach einem trockenen und sauberen Gefühl der Haut erfüllen, wurde Nivea for Men Marktführer. Clinique scheint ähnliche Anstrengungen zu unternehmen und erwähnt dieses sogar in den Werbeanzeigen: „Formulated for Asian skins.“

中號 steht in China für die Größe M, hier: Babywindeln von Pampers. © at

中號 steht in China für die Größe M, hier: Babywindeln von Pampers. © at

Ebenso weichen die Körpergrößen voneinander ab, was als Ursache gesehen werden kann, dass die Standardlänge von Betten kürzer ist als beispielsweise in Deutschland. Ein durchschnittliches chinesisches Bett hat nach Angaben von IKEA Beijing eine Länge von 1,85 m und ist damit 15 cm kürzer als ein deutsches Standardbett. Die durchschnittliche Körpergröße eines chinesischen Mannes lag 2012 bei 1,70 m und einer chinesischen Frau bei 1,58 m. Die amerikanischen Vergleichswerte liegen bei 1,74 m und 1,62 m. Der amerikanische Sportmarkenhersteller Nike hatte anfangs US-Größen auf den chinesischen Markt gebracht. Diese erwiesen sich als zu groß, und asiatische Größen wurden entworfen. Ähnlich klingt es aus dem Hause der Dessousfirma Triumph: „… we also redesign our products to meet the local needs.“

Ein unterschiedliches Referenz- und Indikationssystem ist notwendig. Klare Vorstellungen sind in westlichen Ländern mit den Größenbezeichnungen S, M, L etc. verbunden und Wörter der Landessprache fördern dieses zum Teil (z.B. M für mittel, middle, moyen, medio etc.). In China wird auf der Pampers-Packung neben dem Buchstaben „M“ auf Chinesisch indiziert, dass es sich um eine mittlere Größe handelt (中號, zhong hao). at

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Dating in der Manege – Shanghai setzt auf „Speed“

Interaktion und Dynamik garantiert: Über 200 chinesische Studierende trafen auf 40 Wirtschaftsvertreter beim Shanghaier Speed Dating.

Interaktion und Dynamik garantiert: Über 200 chinesische Studierende trafen auf 40 Wirtschaftsvertreter beim Shanghaier Speed Dating am 24. Mai 2012.

Vorhang auf, Manege frei für das neuste Innovativprodukt der DAAD Career Academy an der Shanghaier Tongji Universität – Speed Dating. Während die Direktoren Yu Xuemei, Sabine Porsche und Feng Xiao noch Ihre Begrüßungsworte an die erwartungsvolle Menge wenden, die sich aus über vierzig Vertretern deutscher Unternehmen zusammensetzt, scharren im Hintergrund schon über 200 angehende Ingenieurwissenschaftler mit den Hufen und warten mit Lampenfieber darauf, ihre beste Performance darzubieten. Sie sind die wahren Magier des heutigen Abends, aus ihren Zylindern und Melonen werden sie alsbald die vorbereiteten Lebenslaufe zücken und versuchen, ihre Konversationspartner für sich zu gewinnen. Gong! Die ersten Studierenden der Chinesisch-Deutschen Hochschule für Angewandte Wissenschaften, des Chinesisch-Deutschen Hochschulkollegs und des Shanghai-Hamburg College strömen ins Scheinwerferlicht. Acht Minuten für ein simuliertes Bewerbungsgespräch. Die Stoppuhr läuft, der Gong ertönt erneut. Noch zwei Minuten Feedbackrunde zwischen Spitzenmanagern und ihrem potentiellen Nachwuchs, der nach erfolgreichem Abschluss zu Chinas Bildungselite zählen wird. Und wieder erschallt der Gong – gnadenlos! Das Event – eine Premiere in Shanghai noch dazu – heißt nicht umsonst „Speed Dating“. Und während sich die ersten Stars und Sternchen noch verabschieden, stehen bereits die nächsten in den Startlöchern. „Guten Abend, möchten Sie sich kurz vorstellen? Was studieren Sie? Und wie sieht Ihr Traumberuf der Zukunft aus?“ – „Sehr interessant, und wie hervorragend Sie bereits Deutsch sprechen! Melden Sie sich unbedingt bei uns!“ Matchmaking mit Erfolg. Welch Interaktion und Dynamik, die Direktoren haben alle Hände voll zu tun, die begeisterte Menge zu bändigen. Im Rahmen der Deutschen Woche hat schließlich keine andere Veranstaltung so viele deutsche Unternehmen angezogen. Platzkarten an der Abendkasse? Ein guter Scherz – wer im Personalwesen in China die Nase vorn haben will, muss sich rechtzeitig um qualifizierten Nachwuchs kümmern. Gong! Und ab in den Backstage-Bereich für die von Continental, Evonik und Marquardt gesponserte After-Show-Party, bevor die letzten Scheinwerfer in der Manege gelöscht werden und das Gros der Teilnehmer darin übereinstimmt: „Bewerbungstrainings waren gestern, Speed Dating heißt die Zukunft!“ Gong! at

Kontakt: Sabine Porsche, DAAD Career Academy, porsche@tongji.edu.cn

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Die Übersetzung des Markennamens im China Marketing

Kaiser + Kraft wählte für den Marktauftritt in China eine direkte Übersetzung des deutschen Markennamens: 皇加力. © at

Der Online-Anbieter im B2B-Segment Kaiser + Kraft wählte für den Marktauftritt in China eine direkte Übersetzung des deutschen Markennamens: 皇加力. © at

Ausländische Unternehmen müssen bei Eintritt in den chinesischen Markt ein Pendant zu ihrem Unternehmens- und Markennamen entwickeln. Sie haben dabei die Möglichkeit, diesen a) phonetisch, b) auf Grundlage der Bedeutung oder c) aus einer Kombination beider Elemente zu übersetzen.

Coca Cola – die amerikanische Weltmarke aus Atlanta selektierte für die phonetische Übersetzung chinesische Schriftzeichen mit positiver Bedeutung. © at

Coca Cola – die amerikanische Weltmarke aus Atlanta selektierte für die phonetische Übersetzung chinesische Schriftzeichen mit positiver Bedeutung. © at

Eine phonetische Übertragung ist eigenen Studien zufolge, u. a. „China-Marketing – Erfolgsfaktoren für die Marktbearbeitung“, bei 70% der Übersetzungen zu finden, wobei darauf geachtet wurde, den Marken- und Produktnamen eine positive Bedeutung zu verleihen. Coca Cola heißt „ke kou ke le“ (可口可乐), zu Deutsch: „schmackhaft und macht froh“. Der chinesische Name für die Dr. Scheffler Brausetabletten Additiva – „ai de tian wei“ (爱德天维) – kann Assoziationen wie „Liebe, Tugend und den Himmel bewahren“ wecken. Der erste Teil von Oral-B wurde phonetisch in „ou le“ (欧乐, europäische Freude) übersetzt; der Buchstabe „B“ blieb unverändert: 欧乐-B. Siemens wählte „xi men zi“ (西门子), was mit „Westen, Tor, Sohn“ ebenfalls eine positive Bedeutung hat.

Peugeot sorgte mit seinem Namen „biaozhi“ (标致, hübsch) für Schlagzeilen, denn leicht abgewandelt wird daraus „biaozi“ (标子): Prostituierte. Der Werbespruch „Peugeot aus Kanton bietet Ihnen den besten Service“ erhielt damit eine entsprechend zweideutige Bedeutung. Über 150 Jahre zuvor ist interessanterweise schon einmal ein Ausländer über diese Silben gestolpert. Der russische Missionar Georg Timkowski schrieb 1826 in „Reise nach China“: „Ein Missionär aus dem Orden der Jesuiten verlangte, als er in China war, einen Pelz, und nannte ihn Piäo anstatt Piao; aber, zu seinem Erstaunen, erschien vor ihm ein junges Mädchen.“

Die führende Automarke in China, Volkswagen, wählte einen Namen, der sich auf die Bedeutung beruft: „Volk“. © at

Die führende Automarke in China, Volkswagen, wählte einen Namen, der sich auf die Bedeutung beruft: „Volk“. © at

Eine phonetische Übertragung ist nicht immer möglich und ein Name wird gewählt, der von der Bedeutung des Wortes herrührt. Volkswagen heißt auf Chinesisch „da zhong“ (大众): „Volk“. 28,8% der untersuchten Namen wurden anhand dieser Transfermethode übertragen. nimm2 wurde in „zwei Schätze“ (二宝, er bao) übersetzt und Nestlé – ursprünglich die süddeutsche Verkleinerungsform von „Nest“ – in „Spatzennest“ (雀巢, que chao). m&m’s, ein Markenname ohne Silben, wurde nach einem Produktcharakteristikum benannt: „cui cui“ (脆脆) bedeutet „knusprig, frisch“. Die amerikanische Getränkemarke 7 up wurde wortwörtlich in „qi shang“ (七上) übersetzt. Dieses weckte in China pikante Assoziationen (七上床, qi shangchuang: sieben Mal ins Bett gehen). Daraufhin wurde das Getränk in „Sieben Freuden“ (七喜, qi xi) umbenannt.

Die Bedeutung einer sorgfältigen Übertragung von Produktnamen erkannte Carl Crow, Gründer der ersten westlichen Werbeagentur in Shanghai, bereits 1937. In seinem Werk „Four hundred million customers“ skizziert er die damit verbundenen Probleme, die wohl noch heute aktuell sind: „Every time we take on the advertising of a new brand our first task is to select a suitable Chinese name, and it is not an easy one. But no client ever understands either its importance or its difficulties. In fact, we usually have a troublesome time explaining to him that his brand, which is well known in many countries, has to be rechristened in China. The Chinese brand name must be simple, easily read and yet so distinctive that it cannot be easily imitated or confused with other names. When we get a name which meets these require­ments we have to make a test for ribaldry. China is the paradise of punsters, and the most sedate phrase may, by a simple change in tone, be turned into a ribald quip which will make the vulgar roar.“ at

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Goldbären und lächelnde Mangos – Maskottchen und animierte Produkte als Sympathieträger

Neueinführung 2012: Chiquita Frucht Chips bestechen mit ihren zum Leben erweckten, lächelnden Früchten. © at

Neueinführung 2012: Chiquita-Frucht-Chips bestechen mit ihren zum Leben erweckten, lächelnden Früchten. © at

Studien über Marketing in China kommen immer wieder zu dem Ergebnis, dass chinesische Konsumenten bei Maskottchen und – im wahrsten Sinne des Wortes – animierten Produkten eine starke Reaktion zeigen.

Der Haribo Goldbär macht auch in China Kinder und Erwachsene froh. © at

Der Haribo-Goldbär macht auch in China Kinder und Erwachsene froh. © at

Wie in anderen Teilen der Welt kommen auch hierzulande beispielsweise der Biber von Dentagard, das Michelin-Männchen Bibendum, der Spee-Fuchs von Henkel, „La Vache qui rit“ (笑牛牌, xiao niu pai), der Goldbär von Haribo oder der Prinz von Griesson-de Beukelaers Prinzenrolle (王子, wangzi) zum Einsatz. Als visuelle Gestaltungselemente in der Werbung bieten sich ebenso beliebte Figuren aus aktuellen Kinofilmen an oder Klassiker wie beispielsweise Mickey Maus, Spiderman oder saisonal der Weihnachtsmann.

Viele Produkte werden darüber hinaus „zum Leben erweckt“: Eine Kaugummipackung von Wrigley’s wird in einer chinesischen Fernsehwerbung mit Armen und Mikrofon gezeigt und die Klebstoffe von Henkel und 3M, Pritt und Scotch, mutieren auf ihrer Verpackung zu kleinen Männchen.

Sprintende Energizer Batterie auf einem Hongkonger Doppeldeckerbus. © at

Sprintende Energizer-Batterie auf einem Hongkonger Doppeldeckerbus. © at

Canon-Pinguine als Fotomotiv für Jung und Alt. © at

Canon-Pinguine als Fotomotiv für Jung und Alt. © at

Auch zwei Zahnbürsten, die sich auf einer Valentinspackung von Oral-B küssen, Energizer-Batterien als Sprintathleten, lächelndes Obst auf den Kartons von Chiquita-Frucht-Chips oder Crocs-Schuhe in Gestalt von kleinen Monstern erwecken den Schein einer Lebendigkeit.

Die aufgeführten Beispiele verleihen dem jeweiligen Produkt einen sympathischen und möglicherweise sogar produktspezifischen Charakter, der bei den Konsumenten eine positive emotionale Reaktion hervorruft und die Kaufentscheidung beeinflusst. Bei Events wiederum bieten sich Maskottchen als beliebtes Fotomotiv für Besucher an, wie das Beispiel von Canon illustriert.

Dass eine gelungene visuelle Gestaltung allgemein ein starkes Verkaufsargument darstellt, nicht nur in China, wusste BASF bereits 1929: „Der Verbraucher im Innern von China oder Japan, zu dem noch nie ein Europäer vorgedrungen ist, die Indianerfrau in Südamerika, die ihre selbstgewebten Stoffe und Matten färbt, ahnen nichts von der Bedeutung der BASF, wohl aber wissen sie genau, dass die Dose mit der Giraffen- oder Elefantenetikette den guten roten Farbstoff enthält, welchen sie brauchen können. Es ist also von der größten Wichtigkeit, frühzeitig in allen Exportländern geschützte Etiketten einzuführen; man hat damit einen von den Konkurrenten schwer einzuholenden Vorsprung.“ (Voigtländer-Tetzner, BASF Archiv)

Animierte Crocs-Schuhe, Super Brand Mall, Shanghai. © at

Animierte Crocs-Schuhe, Super Brand Mall, Shanghai. © at

Da die chinesische Gesellschaft insgesamt stark symbolorientiert ist, sind die kulturellen Konventionen vor dem Einsatz visueller Elemente in Kommunikationsmaßnahmen genauestens zu prüfen. at

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Laut und lebhaft – Produktvorführungen am chinesischen Point of Sale

Mit Produktvorführungen in chinesischen Supermärkten versucht Knorr, neue Kunden zum Kauf zu animieren. © at

Mit Produktvorführungen in chinesischen Supermärkten versucht Knorr, neue Kunden zum Kauf zu animieren. © at

Neue Produkte kommen täglich auf den chinesischen Markt, und die Unternehmen müssen vor allem den preissensibleren Konsumenten bei seiner Kaufentscheidung „unterstützen“. Produktinformationen sind hier aufgrund des Neuheitscharakters und der z. T. unterschiedlichen Verwendungsgewohnheiten sehr wichtig. Bedeutend ist ebenso das Bedürfnis nach Unsicherheitsvermeidung. Doch wie lässt sich am ehesten Vertrauen gewinnen? Durch menschliche Interaktion.

„Make noise“

Die persönliche Interaktion ermöglicht die effiziente Kommunikation der Benutzungsvorteile von Tempo. © at

Die persönliche Interaktion ermöglicht die effiziente Kommunikation der Benutzungsvorteile von Tempo. © at

Vor allem bei Konsumgütern erachten es Chinesen als wichtig, ein Produkt wenn möglich schon vor dem Kauf kennen zu lernen und nicht erst bei der Anwendung. Seifenhersteller kommen dieser Anforderung in Supermärkten beispielsweise nach, indem im Regal ausgepackte Seifen vor den Produkten liegen, um sinnliche Wahrnehmung zu ermöglichen. Knorr wiederum hat in zahlreichen Supermärkten spezielle Stände eingerichtet, an denen Kochvorführungen dargeboten werden, und die Taschentuchmarke Tempo engagiert Verkäuferinnen, die – im blau-weißen Markenlook gekleidet – Einkäufer aktiv ansprechen und Produktvorzüge und Benutzungsvorteile kommunizieren. Oftmals bietet sich Interessenten hier auch die Möglichkeit zum Testen, wie das untere Foto eines Verkaufsstandes der japanischen Getränkemarke Pocari zeigt. Es verwundert nicht, dass der Point of Sale in China damit insgesamt lauter und lebhafter als im Westen ist.

Käufer durch persönliche Vorführungen überzeugen

Auf die Face-to-Face-Methode, sprich die persönliche Interaktion am Ort des Verkaufs, setzten Unternehmen schon im vormodernen China, wie historische Dokumente aus dem BASF-Unternehmensarchiv bestätigen. Hier heißt es zum Beispiel: „Zur Einführung der synthetischen Düngemittel wurde eine größere Anzahl Diplom-Landwirte beschäftigt, die durch persönliche Vorführungen auch in den kleinsten Dörfern die Einheimischen von den Ertragssteigerungen durch Anwendung der neuen Düngeverfahren überzeugten.“ Auch bei Nestlé wurden bereits im Kaiserreich gern Straßenverkäufer eingesetzt, beispielsweise für die Milchpulvermarke Lactogen.

Degustation an einem Verkaufsstand der Marke Pocari. © at

Degustation an einem Verkaufsstand der Marke Pocari. © at

Praxis und Forschung stimmen darin überein, dass diese Methode vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern sinnvoll ist. Durch den relativ günstigen Faktor Arbeit in diesen Ländern ist sie darüber hinaus auch ökonomisch attraktiv (Dawar/Chattopadhyay). Eine McKinsey-Studie resümiert: Chinesen zeigen sich mehr als dreimal so empfänglich für Beratung am Verkaufsort als US-Konsumenten. Ergo: „Make noise!“ at 

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