Wohlstand, Glück und Schönheit im Überfluss: Zollfreier Einkauf im Zeichen des Hahns

Lancôme Sonderedition zum Jahr des Hahns. @ at

Lancôme Sonderedition zum Jahr des Hahns. @ at

Das Jahr des Hahns hat begonnen und nach und nach startet in China wieder der Arbeitsalltag. Hunderte Millionen Reisende sind unterwegs, um aus ihren Heimatstädten oder auch dem Urlaubsort im Ausland wieder zurückzukehren. Prognosen nach war die Zahl der Auslandsreisenden dieses Jahr über 6 Millionen stark. Besonders beliebt waren Reiseziele wie Japan, Südkorea und südostasiatische Sonnenstaaten wie Thailand, Myanmar oder Indonesien. So darf es nicht überraschen, dass auch die Duty Free Bereiche an vielen asiatischen Flughäfen im Zeichen des Hahns dekoriert wurden, und darüber hinaus viele Luxusprodukte von Kosmetik und Parfüms über Spirituosen bis hin zu Uhren mit besonderen Verpackungen, limitierten Sondereditionen und Geschenkboxen aufwarteten.

Auf roten Umkartons von Lancôme, Nina Ricci, Godiva oder Valrhona sind goldene Gockel abgebildet, bei SK-II zieren Hahnenfedern die Verpackung und in einer Schaufensterwerbung von Jo Malone umrahmen farbenfrohe Hähne das umworbene Rote-Rosen-Parfüm. Auf einem roten Werbeplakat von L’Oréal, das Werbebotschafterin Gong Li in rotem Kostüm und mit einem Glas Champagner in der Hand zeigt, heißt es „Celebrate with us“ (与我们同庆). Lancôme hat neben seinen Werbeaktivitäten im zollfreien Bereich auch Bannerwerbung an Flughafenautobahnen geschaltet. Der Betrachter liest hier: „Ein neues Jahr. Noch jünger, noch hübscher, noch glücklicher“. (新一年,更年轻,更美丽,更幸福). Auch die gold-gelbe göttliche Unsterblichkeitscreme „Divine Creme Immortelle“ von L’Occitane verspricht, nichts weniger als die ultimative Gesichtspflege für jugendhafte Haut zu sein. Auf einem Plakat präsentiert sie sich vor rotem Hintergrund und flankiert von traditionellen goldenen Chinaknoten. Giorgio Armani hat einen roten Sonderaufsteller kreiert, darauf ist neben roten Lippenstiften und einem goldenen Hahn ein goldenes Schriftzeichen für Glück zu sehen (福). Dieses findet sich auch im Schaufenster von Kiehl’s wieder: Happy New Year from your friends at Kiehl’s.

Johnnie Walker hat für seine Produktreihe Blue Label eine limitierte Sonderedition herausgebracht. Ein ausführlicher Text auf dem Umkarton nimmt Bezug auf das neue Jahrestier: „Celebrating the Year of the Rooster: In celebration of the Lunar New Year, we introduced this rare Limited Edition design, inspired by the unique qualities of the Rooster. With its pioneering spirit, the rooster rises with the sun, heralding the dawn of a new day, and new beginnings.“ Dazu passende, reich mit Hähnen und Drachen verzierte Untersetzer bietet das Modelabel Shanghai Tang an. Selbst Marlboro hat für das neue Jahr Sonderverpackungen für seine Zigaretten entworfen.

Ein rotes Plakat hängt in den Duty Free Boutiquen von Omega. Hierauf zu sehen ist eine Omega Constellation, die vom Datum natürlich die Zahl des Wohlstands – 8 – zeigt, daneben in goldener Farbe ein Hahn mit einem aus der Jahreszahl 2017 stilisierten Kamm. Farblich zurückhaltender präsentiert sich IWC, doch auch in der Schaufenstervitrine dieser Schweizer Uhrenmarke hat sich der Hahn eingerichtet.

Natürlich gibt es nicht zuletzt auch für das Mobiltelefon passende Accessoires für das neue Jahr: Vivienne Tam umwirbt ihren Handy-Ladeakku mit Hahnmotiv im Bordverkauf von Cathay Pacific mit den Claims „Recharge in Style“ und „Incredible limited edition PowerBank“.

In der Tat bieten sich den Auslandsreisenden somit unglaubliche Einkaufsmöglichkeiten. Erholt vom Urlaub und in Einkaufslaune finden sie hier zollfrei die passenden Requisiten, um das neue Jahr voller Wohlstand, Glück und jugendlicher Schönheit im Zeichen des Hahns zu durchschreiten. at

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Ein Kikeriki auf den Feuer-Hahn

Stolzer Hahn im Schaufenster von Dolce & Gabbana. @ at

Stolzer Hahn im Schaufenster von Dolce & Gabbana. @ at

Am 28. Januar beginnt nach dem traditionellen chinesischen Mondkalender das Jahr des Hahns. Es dauert bis zum 15. Februar 2018 und wird bestimmt von dem Element Feuer sowie dem weiblichen Element Yin. Der Hahn ist das zehnte Tier des chinesischen Tierkreiszeichens und löst den Affen als Jahresregenten ab. Während letzterer als klassisches Symbol des Wandels und der Überraschung gilt, gleicht der Hahn diesen mit seiner wohlgeplanten Entscheidungsfindung aus. Er symbolisiert eine Zeit hoher Ideale, eine Zeit des Erwachens und folgt seinen eindeutigen Lebensregeln mit vollem Einsatz. Höchst zuverlässig und pünktlich verkündet er den neuen Tag und dirigiert als lautstarker Anführer seine Gefolgschaft im Hühnerstall. Das Sprichwort „Lieber der Kopf eines Hahnes als den Schweif eines Phönix“ drückt die Präferenz aus, sein eigener Chef zu sein (宁做鸡头,不做凤尾, ning zuo jitou, bu zuo fengwei). Andererseits dürfen die Eitelkeit des Hahnes und sein Streben nach Bestätigung und Bewunderung nicht vergessen werden, und dieses gleichwohl er nicht zuletzt auf einem Misthaufen thront. Als einziges Federvieh ist sein Schnabel zudem schärfer als die Mundwerkzeuge der übrigen elf Tiere. Dieses kann Streitlust und Konflikte mit sich bringen. Yin wird in Verbindung mit Wasser und Metall gebracht, in Kombination mit Feuer kann dieses schwelende Konflikte und Disharmonie begünstigen.

Unabhängig von astrologischen Deutungen gilt das Neujahrfest als Chinas wichtigster Feiertag, der gemeinsam mit der Familie begangen wird. Bei einer Bevölkerung von knapp 1,4 Milliarden Menschen bringt dieses entsprechende Konsequenzen mit sich: Allein in diesem Jahr werden innerhalb von 40 Tagen um das Fest gut 3 Milliarden Reisebewegungen erwartet. Es ist die größte alljährliche Völkerwanderung der Welt. Auch ein weiterer Superlativ darf – sofern in den Innenstädten weiterhin erlaubt – nicht fehlen: Ein riesiges Feuerwerk. Der britische Diplomat und Sinologe John Francis Davis schrieb bereits 1839: „An dem Abende des letzten Tages im Jahre wacht Jedermann bis Mitternacht. Mit dieser Stunde beginnt ein unendlicher Lärm von den Schwärmern, Raketen und Freudenfeuern, und der Verbrauch dieser Feuerwerke ist so groß, dass die Luft mit Salpeter erfüllt ist.“

Feiertage sind nicht nur ein Anlass zum Schmücken, sondern auch, um sich gegenseitig Geschenke zu machen oder sich selbst etwas zu gönnen. Und so wird jedes Jahr die Zahl derjenigen Unternehmen größer, die das jeweilige Jahrestier in ihre Werbemaßnahmen, Schaufensterdekoration und Produktentwicklung integrieren. Neben dem Tier dominieren die Farben Rot und Gold. Nespresso beispielsweise platziert in diesen Wochen seine roten Kaffeemaschinen im Schaufenster, die Mitarbeiter in den Apple Geschäften tragen rote Shirts, Montblanc lockt Kunden mit roten Füllfederhaltern in seine Boutiquen und auch die Auslagen von Valentino, Gucci, Hogan oder Tods leuchten in strahlendem Rot. Camper wiederum umwirbt seinen „Year of Rooster Sale“ mit zwei roten Paar Schuhen. In den Schaufenstern von Dolce & Gabbana steht dieses Jahr ein riesiger Gockel, und selbst auf den Kinderserien dieser italienischen Modemarke sind farbenfrohe Hähne aufgenäht. Eine Fotowand im Toys R Us lässt nicht nur Kinder-, sondern auch Erwachsenenherzen höher schlagen. Auf dieser ist das Jahrestier, gebaut aus Legosteinen, abgebildet. Die ganze Familie, traditionell in Rot gekleidet, hilft beim Bauen.

Nicht weniger auffällig ist ein meterlanger Kunstdruck mit Hahn-Stillleben im Schaufenster der australischen Schuhmarke UGG. Wer sich dagegen eher für Schweizer Messer interessiert, der wird bei Victorinox mit der Huntsman Rooster Sonderausgabe fündig. In Anspielung an die Zahl des Wohlstands, die Zahl 8, wird es im Genfer Flagship Store für 88 Schweizer Franken angeboten. Für Liebhaber chinesischer Glaskunst bietet die taiwanische Manufaktur Liuligongfang dieses Jahr einen Hahn an, der selbstredend auf einem meterhohen Poster auch den Geschäftseingang schmückt. Für die tägliche Nutzung bietet sich der neue Moleskine Planer an. Auf dem Umschlag ist nicht nur ein Hahn abgebildet, die Sonderausgabe wurde auch zusammen mit der beliebten Modemarke Shanghai Tang entworfen.

Starbucks bietet Kaffeetassen und Porzellan mit Hahn-Motiven an, Godiva hat rote und goldene Geschenkboxen mit Hahnstickerei als limitierte Sonderauflage in der Auslage, und ein roter Hahn ist auf der klassischen blauen Dose von Oreo zu sehen. Skittles wiederum hat eine Frühjahrsfestedition herausgebracht, auf der in goldenen Schriftzeichen beliebte Neujahrssprüche stehen. Hierunter beispielsweise „gong xi fa cai“ (恭喜发财), der Wunsch, zu Wohlstand und Reichtum zu gelangen. Haribo hat im Supermarkt eine goldfarbene Zweitplatzierung aufgestellt. Auf dieser ist neben traditionellen Feuerwerkskörpern der Goldbär zu sehen, der in seinen Händen einen sogenannten „roten Umschlag“ hält (红包, hong bao). In diesem werden in China traditionell Geldgeschenke überreicht. Wer sich stattdessen für Kinder Schokolade entscheidet, erhält beim Kauf ein knuffiges Plüschtier mit dazu. Nicht zuletzt französische Unternehmen erfreuen sich an dem Hahn, ist er schließlich auch das Wappentier der Grande Nation. Auf einem Plakat der französischen Joghurtmarke Yoplait thront er direkt auf dem Eiffelturm.

Zu den klassischen Gestaltungselementen gehören in China natürlich auch die Schriftzeichen. Dieses Jahr gibt es gleich mehrere Unternehmen, die sich hier kreativ gezeigt haben. Bang & Olufsen beispielsweise hat das Jahrestier in das Schriftzeichen für Glück (fu, 福) integriert und dieses in Form von goldenen Aufklebern an die Türen seiner Geschäfte geklebt. Wasserfilter von Brita werden wiederum in einem besonderen Umkarton präsentiert, auf dem der Filter Teil des Schriftzeichens für Frühling ist (chun, 春). McDonald’s hat schließlich zahlreiche Eingänge von Metrostationen plakatiert, um auf seine neuen Portobello-Burger aufmerksam zu machen. Der Claim lautet „新年菇大LUCK“, gesprochen: „xin nian gu da luck“. „xin nian“ bedeutet „neues Jahr“, „gu da“ lässt sich nicht nur als „großer Pilz“ lesen, sondern ist von der Aussprache homophon zum englischsprachigen „good“. Mit Sprachwitz steht hier folglich der Wunsch „Viel Glück im neuen Jahr!“.

Von Knabbereien, Nahrungsergänzungsmitteln bis hin zu Olivenöl, es gibt kaum etwas, das sich nicht in rot-goldene Tragetaschen und Geschenkboxen verpacken und als Geschenk nutzen lässt. Im Handel muten die unzähligen Regalmeter an Geschenkkartons gar wie eine riesige Große Mauer an, traditionelle Neujahrsmusik heizt die Stimmung der Kunden bei ihren letzten Einkäufen im Jahr an, mit vollgetürmten Einkaufswagen quetschen sie sich durch die Gänge und an Promotern vorbei, die lautstark in ihre Mikrofone rufen und ihre Produkte umwerben. Das letzte große Lärmen, bevor auch im Büro der Griffel fällt, der wohlverdiente Urlaub beginnt und vereint im Kreise der Familie ein wenig Ruhe einkehrt. Wären da nicht die Feuerwerke, um die bösen Geister zu vertreiben, und nicht zuletzt der Hahn, der mit einem unüberhörbaren Kikeriki voller Inbrunst sein neues Jahr begrüßt. at

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Die Lila Kuh jetzt auch in China

Die Lila Kuh in einem chinesischen Carrefour. @ at

Milka Zweitplatzierung in einem chinesischen Carrefour. @ at

Vor wenigen Monaten launchte Mondelez seine Schokoladenmarke Milka in China. Hierzulande ist sie allerdings eher bekannt als „miao ka“ (妙卡), zu Deutsch quasi die „fabelhafte Karte“. Die Rezeptur wurde zuvor an die chinesischen Geschmackspräferenzen angepasst: Von der Oraldramaturgie schmilzt sie besonders schnell im Mund und hat einen langanhaltenden Geschmack nach Kakao und Milch. Mondelez sieht im chinesischen Markt ein riesiges Wachstumspotenzial, denn während beispielsweise in England der Pro-Kopf-Konsum bei 7,8 kg liegt, so beträgt er in China gerade einmal 100g. Milka ist heute bereits in allen Formaten des Modernen Handels zu finden, ob Convenience Store, Super- oder Hypermarkt. Und neben Riegeln, Geschenkdosen und Pralinen darf natürlich auch die Lila Kuh nicht fehlen. Sie bürgt für höchste Qualität und beste Inhaltsstoffe aus dem europäischen Alpenraum. at

 

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M&M’s Maskottchen Going Local

Lokalisierte M&M’s Maskottchen mit Strohhüten und Drachenboot im weltgrößten M&M’s Duty Free Geschäft am Hongkonger Flughafen. at

M&M's Travel Retail Hong Kong Airport

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M&M's Travel Retail Hong Kong Airport

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Alle Jahre wieder

Weihnachtlich geschmücktes Schaufenster von Kiehl's. @ at

Weihnachtlich geschmücktes Schaufenster von Kiehl’s. @ at

Zum Jahresende kommt es jedes Jahr geballt. Kaum ist die Halloween-Dekoration entfernt, fiebert China am 11.11. dem „Singles Day“ entgegen, der auch im Jahr 2016 wieder sämtliche Rekorde der Vorjahre eingestellt hat. Innerhalb der ersten fünfeinhalb Minuten verkaufte der chinesische Online-Shopping-Riese Alibaba Waren im Wert von über einer Milliarde US-Dollar. Sinkt das digitale Shopping-Fieber etwas, dauert es nicht lange, und schon sind zahlreiche Einkaufszentren und Schaufenster weihnachtlich geschmückt und aus den Lautsprechern schallen Jingle Bells und White Christmas. Bunt eingewickelte Päckchen schmücken die Auslage von Kiehl’s, Swarovski bietet Kristallweihnachtsmänner, -rentiere und -schlitten an, Nespresso erweitert sein Sortiment um eine weihnachtliche Sonderedition mit drei Geschmacksrichtungen, in diesem Jahr die österreichischen Spezialitäten Apfelstrudel, Linzer Torte und Sachertorte. Starbucks wiederum hat saisonale Schlüsselanhänger auf dem Tresen: ein Braunbär in vier unterschiedlichen Kostümen – Schneemann, Rentier, Pinguin und Weihnachtsmann. Und bei Pacific Coffee gibt es zur Abwechslung Kaffee mit Spekulatiuskeks oder Schwarzwaldschokolade. Wo man auch hinschaut, es gibt kein Entkommen. Selbst zahlreiche Werbeplakate haben auf Winter umgestellt wie eine Uhr von Hermès im Schnee oder ein verschneites Holzhaus und eine Skipiste bei Swatch veranschaulichen. Nach Weihnachten dauert es dann nicht mehr lange und die Dekoration wechselt auf Chinesisch Neujahr. Klassische chinesische Elemente übernehmen, fröhliche Neujahrsmusik verdrängt die besinnliche Weihnachtsmusik und das jeweilige Tier des chinesischen Tierkreiszeichens sendet den Weihnachtsmann zurück nach Finnland. Chinesischer Einkaufsstress um die Jahresenden…. alle Jahre wieder! at

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„Die eigene Individualität betonen“

Asia Bridge 12:16 / 1:17

Asia Bridge 12:16 / 1:17

Veröffentlicht in: Asia Bridge, 12:16 / 1:17

Rote Unterwäsche zu Neujahr, erfrischende Chips vom Supermarkt und Tiefkühlpizza für die Mikrowelle. Wer im hart umkämpften und dynamischen chinesischen Markt Käufer gewinnen will, muss bereit sein, neue Wege zu gehen. Dr. Dr. Andreas Tank erklärt, wie deutsche Unternehmen bei den kaufkräftigen Chinesen punkten und ihre Artikel erfolgreich vermarkten können.

Wie lassen sich die chinesischen Konsumenten charakterisieren?


» Die chinesische Käuferschicht strebt nach innovativen Produkten, die im Ausland populär sind. Vor allem Luxus- und Importmarken werden mit Vor- und Leitbildfunktionen verknüpft. Prestigewert, Status und Macht sind relevante Kauffaktoren, schließlich werden Erfolg und Wohlstand mit dem Wunsch verbunden, dass andere diesen wahrnehmen. Sind Luxusprodukte jedoch ubiquitär im Umlauf, bieten sie kein Alleinstellungsmerkmal. Zunehmend geht es den Besserverdienenden folglich nicht
 allein darum, als reich wahrgenommen zu
 werden, sondern über das Produkt im Sinne einer „individuellen Exklusivität“ den 
eigenen Stil zu fördern, aus der Anonymität der millionenfachen Masse herauszutreten, dynamisch-modern, international und anders zu sein. Doch aufgepasst: China ist ein Land mit starken regionalen Disparitäten. Einen prototypischen chinesischen Konsumenten gibt es nicht.

Wie sollten ausländische Produkte an den chinesischen Markt angepasst werden?


» Differenzen zeigen sich zum Beispiel in den Verwendungsgewohnheiten. Diese sollten zuvor je nach Zielgruppe genauestens analysiert werden. Ein Backofen gehört beispielsweise nicht zur klassischen Ausstattung chinesischer Haushalte. Dr. Oetker produziert am Standort Shanghai folglich Pizzen für die Zubereitung in der Mikrowelle. Aber auch die Konsumgröße darf nicht vernachlässigt werden. Sie steht im Kontext mit Faktoren wie Haushaltsgröße, Wohnraum, politischen Vorgaben oder dem Kaufkraftniveau, denn diese haben einen Einfluss auf das Kauf- und Bevorratungsverhalten. Vor allem bei Konsumgütern fällt die starke Präsenz kleinerer Verpackungseinheiten auf. Sie sind absolut gesehen günstiger und suggerieren ein minimales Fehlkaufrisiko.

Stichwort Lebensmittel: Haben Chinesen beim Geschmack besondere Vorlieben?


» Viele Anbieter haben hier Anpassungen oder Ausweitungen vorgenommen: Tuc gibt es in der Note Seemoos, Eiscreme von Cold Stone Creamery mit Kastaniengeschmack und Pretz in den Varianten Pekingente, Shanghai Krabbe und Scharfes Sichuan Tofu. Bei Lebensmitteln muss berücksichtigt werden, dass Essen in China durch den engen jahrtausendealten Zusammenhang zwischen Ernährung und Medizin immer auch funktional ist. Lebensmittel werden nicht nur aufgrund ihres Geschmacks, Duftes oder ihrer Farbe konsumiert, sondern besonders in Anbetracht ihrer positiven Wirkung: Lay’s hat beispielsweise Chips mit Gurkengeschmack im Sortiment und lobt diese analog zu den diätetischen Eigenschaften als kühlend und erfrischend aus. Gesundheitsbezogene Hinweise sind generell förderlich.

Was sollte beim Verpackungsdesign beachtet werden?

» Der Verpackung kommt als Träger von Produktinformationen eine besondere Bedeutung zu. Sie sind angesichts des hohen Anteils an Erstkäufern und dem Bedürfnis, Fehlkäufe zu vermeiden, äußerst relevant. Es empfiehlt sich, den Inhalt und die Benutzung piktografisch abzubilden oder Sichtfenster einzusetzen. Bei Erklärungen ist zu prüfen, dass sie im fremden Kulturkreis verständlich sind. Die lokalen Distributionsverhältnisse und diversen Klimazonen verlangen wiederum eine Tauglichkeitsanalyse der Schutzfunktion der Verpackung. Bei der ästhetischen Produktdarbietung sind Farben und Formen zu hinterfragen, schließlich eröffnet deren kulturspezifischer Bedeutungsgehalt ein weites Feld für Fehlentscheidungen. Während charakteristische Markenfarben in
 der Regel nicht angepasst werden, 
berücksichtigen marktaktive Unternehmen chinesische Farbpräferenzen vor allem an Feiertagen oder für
besondere Anlässe. Schiesser bietet
 zum Frühjahrsfest rote Unterwäsche mit goldenem Aufdruck des jeweiligen Tierkreiszeichens an und passend hierzu eine goldene Verpackung.

Welche Werte sollten mit der Werbung transportiert werden, damit das Produkt beim Verbraucher hervorsticht?


» Im Voraus ist zu prüfen, ob die durch eine Marke oder ein Produkt verkörperten Werte in China akzeptiert werden und in welcher Art Inhalte und Botschaften wirkungsvoll übermittelt werden können. Erfolgreiches Marketing setzt eine tiefgreifende Chinakompetenz voraus, denn gleichwohl die starke Symbolorientierung der chinesischen Gesellschaft einen reichhaltigen Fundus an Gestaltungselementen bietet, so verstecken sich gerade bei Farben, Tieren, Pflanzen, Zahlen, Bauwerken oder Gegenständen subtile Mehrdeutigkeiten, die es im Vorhinein zu erkennen gilt. Grundsätzlich ist der Gebrauch von Superlativen ebenso unzulässig wie allzu freizügige Werbemotive oder das Aufgreifen von politischen Themen oder staatlichen Elementen. Analog zur Vision der politischen Führung sollen in der Werbung Vorbildcharaktere gezeigt werden, zum Beispiel durch Darstellung von harmonischen Familien, wohlerzogenen Kindern oder kollektivistischem Verhalten wie das Teilen von Wissen mit der Gemeinschaft. Drei langfristig gültige Erfolgsfaktoren sind die Integration des Ursprungslandes, der Einsatz von Persönlichkeiten und Meinungsführern sowie ein Verweis auf eine lange Markentradition.

Welches Image haben ausländische Produkte in China und wie können sie dieses für ihr Marketing nutzen?


» Ruft das Ursprungsland ein positives Image hervor, empfiehlt es sich, dieses in der Kommunikation aufzugreifen. Französische Produkte stehen in China für Luxus und Romantik, amerikanische für Freiheit und Individualität. An deutschen Produkten schätzen Chinesen die Qualität, Zuverlässigkeit und Solidität. Sie genießen einen hohen Vertrauensvorschuss. Von Flaggen über Slogans bis hin zu Qualitätssiegeln gibt es zahlreiche Möglichkeiten, einen Hinweis auf die ausländische Herkunft in die Produktdarbietung zu integrieren und somit den Ursprungslandeffekt für sich zu nutzen. Auch der Einsatz von ausländischen Werbedarstellern oder stereotypischen musikalischen Elementen ist überlegenswert. Wie ein Leuchtturm bietet der Einsatz dieses Instrumentes dem Konsumenten Orientierung in der täglichen Unübersichtlichkeit und Flut neuer und fremder Produkte.

Wie finden deutsche Unternehmen das optimale Medium für ihre Werbung?


» Der chinesische Werbemarkt ist nach den USA der weltweit zweitgrößte und wächst doppelt so schnell wie der amerikanische. Moderne Technologien sind der bedeutendste Treiber. China hat nicht nur die größte aktive Internetbevölkerung, es ist im globalen Vergleich auch der größte E-Commerce- und Smartphonemarkt. Die chinesische Mittelklasse ist digital aktiv und in sozialen Medienapps wie Wechat vernetzt. Digitale Werbung gewinnt im Vergleich zu TV signifikant an Bedeutung, gleichwohl der Fernseher als Massenmedium weiterhin bei Reichweite und Einfluss punktet. Printmedien verzeichnen durch das veränderte Mediennutzungsverhalten einen Abwärtstrend. Außenwerbung kann in vielen Varianten eingesetzt werden, wie Shanghais Hochhausfassaden in Pudong mit ihrem täglichen Spektakel an leuchtenden Werbeprojektionen eindrucksvoll belegen. Radio schließlich ist ein vergleichsweise kleiner Kanal, der allerdings durch die zunehmende Mobilisierung der Bevölkerung nicht uninteressant ist.

Welche Tipps würden sie internationalen Firmen für ein erfolgreiches Marketing in China mit auf den Weg geben?


» Das Chinageschäft ist komplex, anspruchsvoll und herausfordernd. Unternehmerische Aktivitäten werden neben volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie staatlichen Direktiven in hohem Maße durch kulturell bestimmte Verhaltensmuster und Konventionen beeinflusst. Maßgeblich entscheidend für den Erfolg und eine positive Antwort auf die Frage nach der „Chinability“ des eigenen Unternehmens ist die Fähigkeit, ein Verständnis für den chinesischen Markt frei von westlichen Denkmodellen zu entwickeln sowie die kontinuierliche Bereitschaft für neues Lernen und unvoreingenommenes Hinterfragen. Schließlich ist China als Gegenprinzip zum Westen in seiner Heterogenität zugleich noch dynamisch. Nicht zuletzt sind auch auf
 Seiten des Stammsitzes Hausaufgaben
 zu machen, denn
 wesentliche erfolgsschmälernde Risiken
gehen nicht automatisch vom Markt aus, sondern liegen auch unternehmensintern in der Unfähigkeit, lokale Realitäten in etablierte Systeme zu integrieren. Im Chinageschäft ist erfahrungsgemäß ein „Langer Marsch“ und kein Sprint einzuplanen. Wer bereit ist, sich dieser anspruchsvollen Herausforderung zu stellen, wird mit unternehmerischem Gespür, interkulturellem Talent und Ausdauer sein eigenes Erfolgskapitel aufschlagen. :::

DIE FRAGEN STELLTE ANNIKA HARTMANN

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Eiscreme mit Kastaniengeschmack

Cold Stone Creamery in Taiwan: Herbstspezialität Kastanieneiscreme. © at

Cold Stone Creamery in Taiwan: Herbstspezialität Kastanieneiscreme. © at

Der Duft von gerösteten Esskastanien ist während der kalten Jahreszeit nicht wegzudenken. Und dennoch ist kaum bekannt, dass diese Nussfrucht ein wahres Multitalent ist: Wertvolle Kohlenhydrate, hochwertiges Eiweiß, Ballaststoffe sowie unzählige Vitamine und Mineralstoffe. Ihr Verzehr ist sättigend, basisch und glutenfrei und im Vergleich zu ihren Verwandten wie den Wal- oder Haselnüssen erhalten sie wesentlich weniger Fett und damit auch weniger Kalorien.

Herbstspezialität Kastanieneiscreme. © at

Herbstspezialität Kastanieneiscreme. © at

China ist übrigens der weltweit größte Produzent dieser Herbstköstlichkeit. Esskastanien (lizi, 栗子) werden hierzulande seit dem Altertum verzehrt. In der chinesischen Medizin ist ihr Temperaturverhalten wärmend, sie kräftigen die Funktionen der Muskeln und Sehnen und helfen, Blutungen zu stillen. Neben ihrer frischen oder getrockneten Verwendung werden sie auch in Sirup eingelegt, als kleiner Snack gekocht oder geröstet oder zur Herstellung zahlreicher Süßspeisen verwendet. Als Pulver zerrieben bieten sie sich beispielsweise für die Zubereitung von Kuchen an. Und neuerdings auch als Geschmacksnote für Eiscreme: So hat Cold Stone Creamery in Taiwan aktuell die beiden Sonderbecher „Mona Chestnut“ und „Chestnut Affogato“ im Sortiment. Allen Esskastanienliebhabern einen guten Appetit! at

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