Morgens um halb zehn in China

Plagiat: Knappers. @ at

Plagiat: Knappers. @ at

„Morgens um halb zehn in Deutschland“, wer kennt ihn nicht, diesen bekannten Werbespruch. Erst kürzlich brachte der deutsche Süßwarenhersteller Storck sein Erfolgsprodukt Knoppers auf den chinesischen Markt – und jetzt das: Knappers. Chinesische Plagiatoren haben zugeschlagen und auf TMall, der Online-Plattform des eCommerce-Riesen Alibaba, eine eigene Version der beliebten Milch-Haselnuss-Schnitte auf den Markt gebracht. Neben der Geschmacksrichtung Haselnuss gibt es zudem eine lokale Variante mit Kokosnuss. Der Hersteller ist die Firma Aima aus Suzhou in der Provinz Jiangsu. Auch in 2017 bleibt China ein Hauptherkunftsland für Fälschungen und beliebte Handelsplattformen wie Alibaba stehen im Zentrum der Kritik, der Verbreitung von Plagiaten nicht ausreichend Einhalt zu gebieten. „Morgens um halb zehn in China…“ at

Original: Knoppers. @ at

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Experte erklärt: So erobert Bayern das Reich der Mitte

In China herrscht ab Montag Ausnahmezustand. © dpa

In China herrscht ab Montag Ausnahmezustand. © dpa

Veröffentlicht in: tz, 16.07.2017

China-Experte Dr. Dr. Andreas Tank lebt seit Jahren in Shanghai. Er rechnet erneut mit dem Ausnahmezustand in seiner Wahlheimat, wenn der FC Bayern vor Ort ist.

China rastet aus, und der FC Bayern ist schuld! Die Münchner heben am Sonntag um 22.15 Uhr Richtung Asien ab. Im Rahmen der Audi Summer Tour werden zu Marketing-Zwecken in China Shanghai und Shenzhen sowie Singapur beackert (wir berichten im News-Ticker von der FCB-Asien-Reise).

Herr Tank, der Vorstand für Internationalisierung und Strategie des FCB wünscht sich, dass die chinesischen Fans im Rahmen der Audi Summer Tour wieder „Stern des Südens“ auf deutsch singen. Können Sie ihm Hoffnung machen?

Tank (lacht): Das ist gut möglich. Außerdem wird den Chinesen auf dem We-Chat-Kanal (Soziales Netzwerk in China, Anm. d. Red.) von Lufthansa schon beigebracht, das Vereinsmotto „Mia san mia“ auf deutsch auszusprechen.

Die Begeisterung für den Fußball und die Bayern kennt ihn China anscheinend keine sprachlichen Grenzen.

Tank: Das werden die Spieler spätestens merken, wenn sie am Flughafen ankommen. Ich versichere Ihnen, dass dort und am Hotel zahlreiche Fans warten und den FCB-Stars zujubeln werden. Da herrscht dann Ausnahmestimmung (Audi Summer Tour 2017: Alle Infos zur Asien-Reise des FC Bayern).

Präsident Xi Jinping höchstpersönlich hat Fußball auf die politische Agenda gesetzt.

Tank: Das hat auch etwas mit dem chinesischen Selbstverständnis zu tun. Während sich China in den letzten 40 Jahren von einem armen Entwicklungsland zur zweitgrößten Volkswirtschaft entwickelt hat, ist die chinesische Nationalmannschaft international leider nicht so erfolgreich wie erhofft. Das soll jetzt geändert werden.

Wie sieht das konkret aus?

Tank: Fußball wurde neuerdings beispielsweise als Pflichtfach in den Schulen eingeführt, bis 2025 sollen landesweit 50.000 Fußballakademien und 70.000 Fußballplätze eröffnet werden.

Aber steht in China bei Kindern nicht die Schule über jeglichen Freizeitaktivitäten?

Tank: Das ist richtig, ja. Zahlreiche chinesische Eltern begrüßen es nicht, ihren Kindern mehr Freizeit für Sport einzuräumen. Es hindert sie, den Fokus voll und ganz auf den rigorosen schulischen Wettbewerb zu legen.

Der FCB hat den Spagat zwischen Sport und Schule in China aber berücksichtigt.

Tank: Die Bayern machen das gut und sehr strategisch. Was ich bemerkenswert finde: Der FCB hat den Markt ja schon bearbeitet, bevor sie ein Büro vor Ort hatten. Der Verein ist in China daher führend. Und da sind wir beim Thema: Die Kooperation mit der Tsinghua-Universität in Peking, das ist ein in China einzigartiger Sportstudiengang und somit ein exzellenter Schachzug.

Wie bewerten Sie die Aktivitäten der anderen deutschen Vereine im Vergleich zum FCB?

Tank: Also die anderen Klubs kommen langsam in den Markt. Der VfL Wolfsburg hat kürzlich ein Büro in Peking eröffnet und der 1. FC Köln ging nach der Saison auf Asien-Reise. Aber die Bayern stehen da schon deutlich näher am Tor.

Und wie sieht es mit den Weltvereinen wie Real, Barcelona und Manchester aus?

Tank: Sagen wir es mal so: China darf man nicht einfach nur als Staat sehen, mit dem man viel Geld verdienen kann. Das hat von diesen vier Teams auch Real Madrid erkannt und unterstützt in China soziale Projekte an Schulen. Von anderen Fußball-Unternehmen weiß ich, dass sie im Handel stark sind, Barcelona zum Beispiel. Da gibt es dann Pepsi-Dosen mit einem Konterfei von Lionel Messi. Das habe ich von den Bayern jetzt noch nicht flächendeckend gesehen.

Auf was müssen die Bayern noch achten, um sich in China in einem guten Licht darzustellen?

Tank: Kulturelle Sensibilität neben exzellentem Fachwissen und Sprachkompetenz entscheidet maßgeblich über Erfolg und Misserfolg. Schließlich blickt China zurück auf eine seit Jahrtausenden ununterbrochene Kulturgeschichte.

Was würden Sie den Marketing-Experten des FCB raten?

Tank: Besondere Aufmerksamkeit sollten sie den chinesischen Sozialen Medien widmen, wie beispielsweise We-Chat. Diese App, die aktuell über 768 Millionen tägliche Nutzer zählt, ermöglicht eine enge, direkte Kommunikation und sorgt für ein kontinuierliches Grundrauschen bei den chinesischen Fans. Aber auch das machen die Bayern bisher schon sehr gut.

Interview: Manuel Bonke

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Der unsichtbare Chinese im Moncler Schneeanzug

Moncler iapm Shanghai @ at

Moncler iapm Shanghai @ at

Die Frühjahr-/Sommer-Kampagne für die neueste Kollektion der ikonischen französisch-italienischen Marke Moncler ist ein wahrer Hingucker und geht weit über die reine Produktdarstellung hinaus. Wie ein Chamäleon verschmilzt darin der Chinese Liu Bolin (刘勃麟), weltweit einer der bedeutendsten kontemporären Performance-Künstler und als Meister der Camouflage international als „der unsichtbare Mann“ bekannt, mit seinem Hintergrund. Auf den ersten Blick kaum zu erkennen und auf den zweiten lediglich die Silhouette seines Körpers in einem Doudoune Legère Schneeanzug, schafft der chinesische Künstler optische Illusionen und hebt jegliche Gewissheit von Realität auf. Aufgenommen wurden die Szenen durch die renommierte amerikanische Fotografin Annie Leibovitz.

Liu Bolin wurde 1973 in der ostchinesischen Provinz Shandong geboren, 2001 machte er einen Master-Abschluss in Kunst an der Zentralen Hochschule für Bildende Kunst in Peking, wo er heute lebt und arbeitet. Die Kunst des Unsichtbaren ist auch stiller Protest. Die Idee, in die Umgebung einzutauchen, hatte Liu, als er eine Zeit lang auf der Straße leben musste und sich als Obdachloser unsichtbar fühlte. Nun spielt er künstlerisch nicht nur mit der Angst, in der Masse unterzugehen, sondern drückt auf diese Weise auch die Sorge um seine Mitmenschen aus. Erstmals „verschwand“ Liu Bolin 2006, als sein Pekinger Künstlerdorf abgerissen wurde; er verschmolz mit den Ruinen und schuf so sein erstes surreales Kunstwerk Hiding in the City.

In der aktuellen Kampagne muss der Betrachter den „unsichtbaren Chinesen“ vor New Yorker Hintergründen suchen: dem Central Park und einem alteingesessenen Buchladen. Die Themen Abenteuer, Natur und Großstadtgeist sollen die Vielfältigkeit der 1952 im französischen Grenoble etablierten und heute weltweit verfügbaren Marke und ihrer Luxusprodukte zum Ausdruck bringen. at

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Bei der Rasur die Macht fest in der Hand

Philips Sonderserie. @ at

Philips Sonderserie. @ at

Weltweit warten Fans der Filmreihe Star Wars mit großer Spannung auf den Kinostart der achten Episode „Die letzten Jedi“. Die globalen Vorbereitungen laufen auf Hochtouren und so wird auch in China kräftig die Werbetrommel gerührt – in der neu eröffneten HKRI Taikoo Hui Einkaufsmall in Shanghai (兴业太古汇) läuft aktuell eine China-weit exklusive „Möge die Macht mit dir sein“ Star Wars Ausstellung. Zahlreiche Sturmtruppen, X-Flügel-Sternenjäger und eine interaktive VR-Welt ziehen Besucher in den Bann und dienen als beliebte Fotoobjekte. Natürlich hat Disney in der Mall auch ein Star Wars Geschäft eröffnet, das für Fans aller Altersklassen keine Wünsche offen lässt. Besonders prominent werden hier derzeit die Star Wars Herrenrasierer von Philips präsentiert, die vom Design an die beliebten Charaktere Kylo Ren, Captain Phasma und die Sturmtruppen angelehnt sind und ein ausgezeichnetes Ergebnis versprechen: Denn wer bei der Rasur die Macht fest in der Hand hält, dem gelingt selbstsicher jeglicher Erfolg (把握原力 自信成就一切). at

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„Unendliche Faszination…“

Asia Bridge 5:2017

Asia Bridge 5:2017

Veröffentlicht in: Asia Bridge, 5:2017

… verspürt Andreas Tank, seitdem er zum ersten Mal im Januar 2004 in Beijing chinesischen Boden betrat. Asien insgesamt ist ihm in dieser Zeit zur Heimat geworden. Neben seiner Tätigkeit als führender Autor zum Thema China-Marketing baute er in führenden Positionen das China-Geschäft für Viessmann und Haribo auf.

Das erste Mal in Asien war ich … Ende 2003 in Singapur und ab 2004 in China für die groß angelegte Feldforschung im Rahmen meiner ersten Dissertation über die kulturellen Einfluss- und Erfolgsfaktoren im China-Marketing.

Anders, als ich erwartet hätte, war, … dass ich mich ab dem ersten Tag sofort heimisch gefühlt habe und der angekündigte Kulturschock ausblieb. Ich hatte mich bereits viele Jahre sehr detailliert mit Asien beschäftigt und war eher voller Vorfreude als Erwartungen. Wer mit Letzteren reist, läuft oft Gefahr, seinen Wahrnehmungswinkel einzuschränken.

Am meisten verändert hat sich seit damals … neben makro-ökonomischen Faktoren wie der Infrastruktur auch der Einfluss moderner Technologien im Alltagsleben. Das Smartphone regelt die Kommunikation, den Onlineeinkauf oder die bargeldlose Bezahlung.

Zum Stichwort „interkulturelle Unterschiede“ fällt mir spontan ein, … dass man mit Freundlichkeit zwar sehr weit kommt, aber tiefgründiger Kompetenz in diesem Bereich weiterhin fahrlässigerweise viel zu geringe Bedeutung beigemessen wird. Dabei fällt hier neben Fachwissen die maßgebliche Entscheidung über Erfolg und Misserfolg.

In das größte Fettnäpfchen getreten bin ich, als … ich in meinem ersten Forschungsjahr zum traditionellen Laternenfest gefüllte Klebreisbällchen kaufte. Ich probierte sie, kam nicht auf den Geschmack, nahm sie mit zur Firma und bat sie den Kollegen an. Diese erklärten mir eilends, dass man sie zuvor kochen müsse.

An den Asiaten schätze ich besonders … das faszinierende und zugleich komplexe Aufeinandertreffen aus Zukunfts- und Fortschrittsglaube, starker Dynamik und Schicksalsergebenheit gepaart mit einer Mentalität, in der sich stets moderne Einflüsse und kulturelle Traditionen überlagern.

Wenn ich in Asien bin, bin ich am liebsten in … meiner „Heimatstadt“ Beijing. Doch egal, ob man sich in einer der pulsierenden Weltstädte wie Tokio oder Hong Kong aufhält, das geschäftige Treiben in aufstrebenden Städten wie Hanoi oder Rangun verfolgt oder in Nepal den Sonnenaufgang über den Achttausendern des Himalayas beobachtet: Asien bietet einen unvergleichlichen Reichtum an unterschiedlichsten Facetten – und beginnt, genau betrachtet, bereits am Ural.

Asien-Reisende sollten … die Bereitschaft mitbringen, Wahrgenommenes dialektisch auch aus der Perspektive des Gastlandes zu hinterfragen. Allzu oft bleibt eine tiefgründige Auseinandersetzung mit der Kultur aus und lediglich anhand bestätigter Vorurteile erfolgt eine Meinungsbildung.

Kennenlernen würde ich gern einmal … auf spiritueller Ebene das Leben in einem buddhistischen Kloster und die Erfahrung mehrwöchiger Meditation. Auf intellektueller Ebene die Unterrichtsinhalte an den politischen Kaderschmieden der KP China.

Wenn ich in die Zukunft blicke, denke ich, dass wir noch einmal überrascht sein werden von … unseren eigenen Fehlerwartungen, aber möglicherweise eher in Bezug auf den Westen anstatt auf den Osten.

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Luxus-Ostern in Shanghai

MCM Osterhase. @ at

MCM Osterhase. @ at

Pünktlich zum Osterfest sitzt ein überdimensionaler Hase der Luxusmarke MCM in der Shanghaier Einkaufsmall iapm. Ursprünglich 1977 von Michael Cromer in München ins Leben gerufen, ist das Modelabel heute in koreanischer Hand und vor allem in Asien ein großer Erfolg. 2016 betrug der Umsatz der weltweit 131 Boutiquen 560 Millionen Euro. Als christlicher Feiertag hat Ostern in China bislang zwar keine Verbreitung gefunden, ins Auge fällt die moderne Interpretation des Osterhasen mit Brillantauge und Halsband aber allemal und bietet sich somit hervorragend als Fotoobjekt für ein Oster-Selfie an. at

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2017 Formula 1 Heineken Chinese Grand Prix

Heineken Formel 1 Display. @ at

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Die Formel 1 Saison 2017 ist eröffnet und nach einem spannenden Rennen im australischen Melbourne holte sich Sebastian Vettel in seinem Ferrari den Siegerpokal. Als nächste Station steht die ostchinesische Metropole Shanghai (上海) auf dem Kalender. Hier wurde die Rennstrecke analog zum Namen des Austragungsortes dem Schriftzeichen shang (上) nachempfunden. Sponsor Heineken ist nicht nur auf der Rennstrecke aktiv, sondern nutzt das Engagement bereits vor dem Rennen werbewirksam im Handel. Aktionsdisplays und ein Gewinnspiel sorgen hier für Aufmerksamkeit. Wer sich der Herausforderung der Heineken Rennstrecke stellt (挑战喜力赛道), kann unter anderem einen Koffer, ein Polo-Shirt oder ein Fernglas in der klassisch grünen Markenfarbe gewinnen. Der chinesische Markenname von Heineken, 喜力 (xi li), setzt sich übrigens aus Freude (喜, xi) und Stärke (力, li) zusammen. Starke Vorzeichen folglich für den Großen Preis von China und den Titelkampf der neuen Bolidengeneration. at

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