Teekanne x Shanghai Fashion Weekend

Teekanne x Shanghai Fashion Weekend. @ at

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Unter dem Motto „Fashion without Boundaries“ startete heute in Shanghai in der Alten Hauptpost anno 1924 das angesagte „Shanghai Fashion Weekend / 时尚周末“. Als „Blitz von Shanghai, Herzschlag der Mode“ kombiniert das beliebte Event extravagante Mode, Darbietungen, interaktive Ausstellungen sowie Verkaufsstände von aufstrebenden Modedesignern und Lifestyle-Brands.

Dieses Jahr mit von der Partie ist auch der deutsche Teemarktführer Teekanne. Das 1882 gegründete Unternehmen ist bereits seit einigen Jahren in China aktiv und hat für seine Qualitätsprodukte auf der bedeutenden eCommerce-Plattform TMall einen Flagship-Store. In diesem bietet Deutschlands bekannteste Teemarke vor allem sein Sortiment hochwertiger Früchtetees an. Die Kombinationen Apfel & Pfirsich, Himbeere & Erdbeere sowie Minze & Zitrone gelten je nach Saison als beliebteste Wahl chinesischer Konsumenten. China ist ein Land mit einer jahrtausendealten Teekultur, Jasmintee gilt als Nationalgetränk. Als Kontrapunkt zu traditionellen chinesischen Tees positioniert sich Teekanne mit seinem trendigen Früchtetee-Portfolio als deutsches Fashion-Teegetränk (从德国来的时尚茶饮). Hier darf auch das Produktversprechen „Quality Guarantee – Product of Germany“ auf der Verpackung nicht fehlen.

An den drei Eventtagen werden täglich ca. 10.000 Besucher erwartet. Neben Produktdarbietung, Verkostung und Verkaufsberatung bietet die Düsseldorfer Weltmarke in Zusammenarbeit mit dem Schminklabel Glamourlab Make-Up-Sessions an, und bei Bestellungen auf dem TMall-Onlinestore gibt es ein kostenloses Teeglas aus dem Hause Teekanne.

Von Mode bis Tee und über die Extravaganza des Shanghai Fashion Weekend hinaus: Attraktive Fashionbrands stecken voller Potenzial, neue Trends zu setzen. at

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Von Mondkuchen, einem Jadehasen und dem Pulver der Unsterblichkeit

Mondkuchen von Oreo. @ at

Mondkuchen von Oreo. @ at

Wenn sich in chinesischen Supermärkten, Hotels oder Kaffeeketten alljährlich die Geschenkboxen für Mondkuchen stapeln, dann steht das Mittherbstfest unmittelbar bevor. Ob Starbucks, Disney, Godiva oder Oreo – sie alle nutzen den traditionellen chinesischen Feiertag und überbieten sich gegenseitig mit attraktiven Verpackungsdesigns und interessanten Geschmacksrichtungen. Vor allem zwei Graphikelemente springen ins Auge: Vollmond und Hase. Was hat es mit diesen auf sich?

Nach dem alten chinesischen Kalender beginnt jeder Monat am Neumondstag, folglich ist am 15. Tag Vollmond. Das Mittherbst- oder auch Mondfest (中秋节, zhongqiujie) wird am 15. Tag des achten Vollmonds nach dem chinesischen Neujahrsfest gefeiert. Im Jahr 2017 fällt es auf den 4. Oktober. Chinesische Kaiser opferten am Tag des Erntemonds dem Erdtrabanten für eine reiche Ernte. Die dargebrachten Gaben zur Beschenkung des Mondes hatten allesamt eine symbolische Bedeutung. Melonen beispielsweise drückten den Wunsch aus, dass die Familie vollzählig vereint bleiben möge, Granatäpfel deuteten auf reichen Kindersegen und Äpfel auf Frieden. In Anlehnung an die volle Mondscheibe wurden für dieses Fest große, runde Kuchen gebacken – Mondkuchen (月饼, yuebing) –, auf deren Oberfläche Gegenstände dargestellt wurden, die man im Vollmond zu erblicken meinte.

An erster Stelle: ein Hase, eines der zwölf Tiere des zyklischen Tierkreiszeichens. Während der Feierlichkeiten rund um das Mondfest erhielten Kinder aus diesem Grund tönerne Hasen als Geschenk. Der weiße rotäugige Hase, auch Jadehase genannt, stößt mit einem Stößel kurz vor Sonnenaufgang zwischen 5 und 7 Uhr in seinem Mörser die Rinde des mystischen Zimtbaumes und stellt ein Pulver her, das Unsterblichkeit gewährt. Der Mondhase ist damit ein Symbol für langes Leben (长寿, changshou).

Der Zimtbaum blüht zeitgleich zum Mittherbstfest und gilt infolgedessen als Blüte des Herbstes. Der mystische Zimtbaum wiederum wächst im Hofe des Mondpalastes – dem sogenannten Palast der weiten Kälte (广寒宫, guanghangong) –, und der Überlieferung nach so üppig, dass er mit der Zeit den ganzen Glanz des Mondes beschatten würde. In dem Märchen von der Mondfee muss er folglich alle tausend Jahre einmal abgehauen werden. Oder von einem Mann im Mond, der allerdings ikonographisch wenig mit dem deutschen Volksglauben, einem freundlichen Mondgesicht oder als symbolisches Exil für Überschreiter christlicher Gesetze gemein hat, sondern eher als chinesischer Sisyphos gilt: Wu Gang (吴刚). Laut Mythos, der seinen Ursprung spätestens in der Tang-Dynastie (618-907) findet, versucht er jede Nacht, den mystischen Zimtbaum abzuhacken, aber bis zum Folgetag ist er wieder neu gewachsen. Die Blüten des Zimtbaumes haben einen sehr wohlriechenden Duft. Die Redewendung „einen Zimtzweig abbrechen“ (折桂, zhegui) besagt, die Staatsprüfungen zu bestehen, weil man dadurch nach allen Seiten gut duftet, sprich eine hohe Anstellung (贵, gui) erringt. Die erfolgreichen Absolventen werden auch als Zimtsöhne oder Orchideenenkel bezeichnet.

Für den Zustand der Unsterblichkeit ist die Verschmelzung der universellen Gegensätze Yin (weiblich) und Yang (männlich) Voraussetzung, wie die Symbole Stößel und Mörser unschwer zum Ausdruck bringen. In einer anderen Überlieferung kommt es zu einer Vereinigung der dreibeinigen Goldkrähe, die in der Sonne wohnt (Yang), und dem Jadehasen auf dem Mond (Yin). In seinem Buch „China – Das Reich der Mitte einst und jetzt“ schreibt der Freiburger Ethnologe und Reiseschriftsteller Joseph Lauterer 1910: „Macht man einen Topf aus himmlischem und irdischem Material, mischt den Hasen mit der Krähe und läßt beide in dem Topfe sieden, bis sie zum gelben Weg Hwang To (der Ekliptik) getrieben sind, so ist man gewiß, die ‚Goldene Pille der Unsterblichkeit‘ oder die ‚Wirkliche Kenntnis‘ zu erhalten, welche auch ‚Weißer Schnee‘, ‚Perlenkorn‘, ‚Gelbe Knospe‘ oder ‚Goldene Blume‘ heißt.“

Der chinesischen Mythologie nach leben weder der Jadehase noch die Goldkrähe allein auf ihren Planeten. In dem legendären Mondpalast residiert die Mondgöttin Chang’e (嫦娥). Sie soll die Frau des Bogenschützen Houyi (后羿) sein, der seinen Wohnsitz auf der Sonne hat. Houyi hatte einst das Kraut der Unsterblichkeit von der Königsmutter des Westens Xiwangmu (西王母) erhalten. Während seiner Abwesenheit aß Chang’e dieses Kraut, wurde unsterblich und stieg zum Mond auf. In Anlehnung an diese Sage werden die Raumfahrzeuge des chinesischen Mondprogramms nach ihr benannt. Sie wird oft als vornehme Dame abgebildet, an ihrer Seite zwei Kinder, die den Hasen mit seinem Stößel und Mörser bestaunen. Chang’e ist es schließlich zuzuschreiben, dass bei Vollmond neben dem Hasen und dem Schicksalsknaben Wu Gang auch eine dreibeinige Kröte zu sehen ist. Sie ist die verwandelte Chang’e und damit ein Mondsymbol, das ebenso für langes Leben steht. Zudem kann sie unerreichbare Wünsche versinnbildlichen, schließlich glaubte man, dass die Kröte den Mond verschlingen könne, beispielsweise bei Mondfinsternissen.

Aus Südchina ist der folgende Mondfestbrauch überliefert: Allgemein war es Sitte, dass ein heiratsfähiges Mädchen an einem von ihr bestimmten Tag Freier einlud und ihnen von einem Balkon aus einen Ball aus rotem Stoff und Federn zuwarf. Der Fänger wurde ihr Bräutigam. Als beliebtester Tag für diese Zeremonie galt das Mittherbstfest. Die Tanka schließlich, eine auf Booten lebende südchinesische Minderheit, feiern an diesem Tag zu Ehren eines frisch vermählten Ehepaares die folgende Zeremonie: An die Tür des Schlafzimmers wird ein Zimtbaum gestellt, unter dem sich eine Kröte und ein Hase befinden. Das Brautbett, der sogenannte Krötenpalast, wird verhängt und vor ihm werden Kerzen aufgestellt. Dann tritt eine alte Frau auf der Vorderseite des Bootes auf eine Plattform. Sie verkörpert die Königsmutter des Westens, vor ihr liegen glücksbringende Erdnüsse, Kürbiskerne, Zimtgebäck, Tee und Wein. Vor der vesammelten Familie tritt das Ehepaar in Hochzeitsgewändern in Erscheinung und stellt sich in das Mondlicht. Im Anschluss schreiten sie Richtung Brautzimmer – auch Mondpalast genannt – und halten vor dem Bett, dem Tor der Mondhalle. Mit Ermahnungen verlässt die alte Frau das Zimmer, bevor das Paar in den „Krötenpalast“ geleitet wird. Die rituell zum zweiten Mal vorgenommene Heirat steckt voller Mondsymbolik.

Die aufgeführten Unternehmen veranschaulichen, wie es westlichen Marktakteuren gelingt, lokale Feiertage erfolgsfördernd in ihr Chinageschäft zu integrieren. Die Analyse der mythologischen, kulturellen Hintergründe wiederum unterstreicht, wie entscheidend die Bereitschaft ist, den chinesischen Markt frei von westlichen Denkmodellen zu entwickeln und unvoreingenommen Neues zu lernen. Über allem darf Modernisierung nicht als Verwestlichung missverstanden werden. Auch heute ist China für viele Unternehmen eine Black Box, Erfolgs- und Einflussfaktoren, Hintergründe und Zusammenhänge bleiben unbekannt.

Die Auseinandersetzung mit China ist damit nicht zuletzt auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst. Zahlreiche Entscheidungsträger scheitern an der selbstreflexiven Komponente, der konstruktiven Infragestellung ihrer bisherigen Erfolgsrezeptur und der notwendigen Erweiterung ihres Vorstellungsvermögens. Wer dagegen bereit ist, sich dieser anspruchsvollen Herausforderung zu stellen, wird mit unternehmerischem Gespür, interkulturellem Talent und Ausdauer die entscheidenden Steine ertasten, um trockenen Fußes den Fluss zu überqueren (摸着石头过河, mozhe shitou guohe). at

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Oktoberfest in China: Bier, Haxenburger und Thüringer Bratwürste

Thüringer Bratwurst-Burger bei McDonald's. @ at

Thüringer Bratwurst-Burger bei McDonald’s. @ at

235.000 Paar Schweinswürstl und 79.000 Schweinshaxen werden im Schnitt jedes Jahr auf dem Münchner Oktoberfest verspeist. Dieses Jahr werden über sechs Millionen Besucher auf dem größten Volksfest der Welt erwartet, darunter auch zahlreiche Touristen aus China.

Haxenburger bei Burger King. @ at

Haxenburger bei Burger King. @ at

Das Münchner Oktoberfest ist nicht nur ein Besuchermagnet mit weltweiter Ausstrahlung, sondern auch ein wahrhaftiger Exportschlager: Ob in Qingdao, Beijing oder Shanghai – jedes Jahr steigt die Zahl der Oktoberfeste im Reich der Mitte und nach dem Vorbild der Münchner Wiesn wird auch hierzulande zünftig gefeiert. Das Paulaner Bräuhaus in Shanghai wirbt mit frisch gebrautem All-You-Can-Drink Paulaner Oktoberfestbier und herzhaften, bayrischen Schmankerln. Für authentisch bayrische Stimmung sorgt eine Oktoberfestband, die eigens aus München eingeflogen wird.

Auch Burger King und McDonald’s setzen dieses Jahr auf die starke Strahlkraft des Oktoberfestes und haben stereotypisch-deutsche Spezialitäten im Angebot. Schon einmal einen Burger mit Schweinshaxe probiert? Dann auf zu Burger King: „Nice to MEAT you!“. McDonald’s dagegen hat sich zwar nicht aus Bayern, aber einer ebenso bekannten Hochburg deutscher Würstchen bedient: Gleich zwei Thüringer Bratwürste befinden sich mit einer ordentlichen Portion Senf zwischen den Brötchenhälften, natürlich zusätzlich zu den klassischen Fleischscheiben. Prost Mahlzeit, wohl bekomms! at

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David Ogilvy on China Advertising in 1983

China Advertising in 1983: Sanyo, Coca-Cola.

China Advertising in 1983: Sanyo, Coca-Cola.

„Until 1977 advertising in China was considered evil, so there wasn’t any. But in 1978 the government endorsed its use. The advertisements look like specification sheets. There are commercials on Chinese television, most of them for industrial products like electronic motors; the waste circulation must be astronomic. There is no need to advertise consumer products, because most of them are in short supply.

The most important advertising medium in China is radio, the communal speaker system reaching 75 per cent of the population. The commercials are broadcast twice a day, one after another. There are 40 local newspapers, but they consist of only two sheets and their advertising content is less than 25 per cent. There are 160 magazines, mostly devoted to trade and technical subjects, and there are billboards in the big cities.

There are no less than 67 advertising agencies, of which 17 are responsible for advertising Chinese products in foreign countries, and foreign products in China. Dentsu, the Japanese agency, has small offices in Peking and Shanghai, and McCann-Erickson has an office in Peking.“

China Advertising in 1983: Marlboro.

China Advertising in 1983: Marlboro.

Source: Ogilvy on Advertising, 1983, pp. 187-188.

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Morgens um halb zehn in China

Plagiat: Knappers. @ at

Plagiat: Knappers. @ at

„Morgens um halb zehn in Deutschland“, wer kennt ihn nicht, diesen bekannten Werbespruch. Erst kürzlich brachte der deutsche Süßwarenhersteller Storck sein Erfolgsprodukt Knoppers auf den chinesischen Markt – und jetzt das: Knappers. Chinesische Plagiatoren haben zugeschlagen und auf TMall, der Online-Plattform des eCommerce-Riesen Alibaba, eine eigene Version der beliebten Milch-Haselnuss-Schnitte auf den Markt gebracht. Neben der Geschmacksrichtung Haselnuss gibt es zudem eine lokale Variante mit Kokosnuss. Der Hersteller ist die Firma Aima aus Suzhou in der Provinz Jiangsu. Auch in 2017 bleibt China ein Hauptherkunftsland für Fälschungen und beliebte Handelsplattformen wie Alibaba stehen im Zentrum der Kritik, der Verbreitung von Plagiaten nicht ausreichend Einhalt zu gebieten. „Morgens um halb zehn in China…“ at

Original: Knoppers. @ at

Original: Knoppers. @ at

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Experte erklärt: So erobert Bayern das Reich der Mitte

In China herrscht ab Montag Ausnahmezustand. © dpa

In China herrscht ab Montag Ausnahmezustand. © dpa

Veröffentlicht in: tz, 16.07.2017

China-Experte Dr. Dr. Andreas Tank lebt seit Jahren in Shanghai. Er rechnet erneut mit dem Ausnahmezustand in seiner Wahlheimat, wenn der FC Bayern vor Ort ist.

China rastet aus, und der FC Bayern ist schuld! Die Münchner heben am Sonntag um 22.15 Uhr Richtung Asien ab. Im Rahmen der Audi Summer Tour werden zu Marketing-Zwecken in China Shanghai und Shenzhen sowie Singapur beackert (wir berichten im News-Ticker von der FCB-Asien-Reise).

Herr Tank, der Vorstand für Internationalisierung und Strategie des FCB wünscht sich, dass die chinesischen Fans im Rahmen der Audi Summer Tour wieder „Stern des Südens“ auf deutsch singen. Können Sie ihm Hoffnung machen?

Tank (lacht): Das ist gut möglich. Außerdem wird den Chinesen auf dem We-Chat-Kanal (Soziales Netzwerk in China, Anm. d. Red.) von Lufthansa schon beigebracht, das Vereinsmotto „Mia san mia“ auf deutsch auszusprechen.

Die Begeisterung für den Fußball und die Bayern kennt ihn China anscheinend keine sprachlichen Grenzen.

Tank: Das werden die Spieler spätestens merken, wenn sie am Flughafen ankommen. Ich versichere Ihnen, dass dort und am Hotel zahlreiche Fans warten und den FCB-Stars zujubeln werden. Da herrscht dann Ausnahmestimmung (Audi Summer Tour 2017: Alle Infos zur Asien-Reise des FC Bayern).

Präsident Xi Jinping höchstpersönlich hat Fußball auf die politische Agenda gesetzt.

Tank: Das hat auch etwas mit dem chinesischen Selbstverständnis zu tun. Während sich China in den letzten 40 Jahren von einem armen Entwicklungsland zur zweitgrößten Volkswirtschaft entwickelt hat, ist die chinesische Nationalmannschaft international leider nicht so erfolgreich wie erhofft. Das soll jetzt geändert werden.

Wie sieht das konkret aus?

Tank: Fußball wurde neuerdings beispielsweise als Pflichtfach in den Schulen eingeführt, bis 2025 sollen landesweit 50.000 Fußballakademien und 70.000 Fußballplätze eröffnet werden.

Aber steht in China bei Kindern nicht die Schule über jeglichen Freizeitaktivitäten?

Tank: Das ist richtig, ja. Zahlreiche chinesische Eltern begrüßen es nicht, ihren Kindern mehr Freizeit für Sport einzuräumen. Es hindert sie, den Fokus voll und ganz auf den rigorosen schulischen Wettbewerb zu legen.

Der FCB hat den Spagat zwischen Sport und Schule in China aber berücksichtigt.

Tank: Die Bayern machen das gut und sehr strategisch. Was ich bemerkenswert finde: Der FCB hat den Markt ja schon bearbeitet, bevor sie ein Büro vor Ort hatten. Der Verein ist in China daher führend. Und da sind wir beim Thema: Die Kooperation mit der Tsinghua-Universität in Peking, das ist ein in China einzigartiger Sportstudiengang und somit ein exzellenter Schachzug.

Wie bewerten Sie die Aktivitäten der anderen deutschen Vereine im Vergleich zum FCB?

Tank: Also die anderen Klubs kommen langsam in den Markt. Der VfL Wolfsburg hat kürzlich ein Büro in Peking eröffnet und der 1. FC Köln ging nach der Saison auf Asien-Reise. Aber die Bayern stehen da schon deutlich näher am Tor.

Und wie sieht es mit den Weltvereinen wie Real, Barcelona und Manchester aus?

Tank: Sagen wir es mal so: China darf man nicht einfach nur als Staat sehen, mit dem man viel Geld verdienen kann. Das hat von diesen vier Teams auch Real Madrid erkannt und unterstützt in China soziale Projekte an Schulen. Von anderen Fußball-Unternehmen weiß ich, dass sie im Handel stark sind, Barcelona zum Beispiel. Da gibt es dann Pepsi-Dosen mit einem Konterfei von Lionel Messi. Das habe ich von den Bayern jetzt noch nicht flächendeckend gesehen.

Auf was müssen die Bayern noch achten, um sich in China in einem guten Licht darzustellen?

Tank: Kulturelle Sensibilität neben exzellentem Fachwissen und Sprachkompetenz entscheidet maßgeblich über Erfolg und Misserfolg. Schließlich blickt China zurück auf eine seit Jahrtausenden ununterbrochene Kulturgeschichte.

Was würden Sie den Marketing-Experten des FCB raten?

Tank: Besondere Aufmerksamkeit sollten sie den chinesischen Sozialen Medien widmen, wie beispielsweise We-Chat. Diese App, die aktuell über 768 Millionen tägliche Nutzer zählt, ermöglicht eine enge, direkte Kommunikation und sorgt für ein kontinuierliches Grundrauschen bei den chinesischen Fans. Aber auch das machen die Bayern bisher schon sehr gut.

Interview: Manuel Bonke

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Der unsichtbare Chinese im Moncler Schneeanzug

Moncler iapm Shanghai @ at

Moncler iapm Shanghai @ at

Die Frühjahr-/Sommer-Kampagne für die neueste Kollektion der ikonischen französisch-italienischen Marke Moncler ist ein wahrer Hingucker und geht weit über die reine Produktdarstellung hinaus. Wie ein Chamäleon verschmilzt darin der Chinese Liu Bolin (刘勃麟), weltweit einer der bedeutendsten kontemporären Performance-Künstler und als Meister der Camouflage international als „der unsichtbare Mann“ bekannt, mit seinem Hintergrund. Auf den ersten Blick kaum zu erkennen und auf den zweiten lediglich die Silhouette seines Körpers in einem Doudoune Legère Schneeanzug, schafft der chinesische Künstler optische Illusionen und hebt jegliche Gewissheit von Realität auf. Aufgenommen wurden die Szenen durch die renommierte amerikanische Fotografin Annie Leibovitz.

Liu Bolin wurde 1973 in der ostchinesischen Provinz Shandong geboren, 2001 machte er einen Master-Abschluss in Kunst an der Zentralen Hochschule für Bildende Kunst in Peking, wo er heute lebt und arbeitet. Die Kunst des Unsichtbaren ist auch stiller Protest. Die Idee, in die Umgebung einzutauchen, hatte Liu, als er eine Zeit lang auf der Straße leben musste und sich als Obdachloser unsichtbar fühlte. Nun spielt er künstlerisch nicht nur mit der Angst, in der Masse unterzugehen, sondern drückt auf diese Weise auch die Sorge um seine Mitmenschen aus. Erstmals „verschwand“ Liu Bolin 2006, als sein Pekinger Künstlerdorf abgerissen wurde; er verschmolz mit den Ruinen und schuf so sein erstes surreales Kunstwerk Hiding in the City.

In der aktuellen Kampagne muss der Betrachter den „unsichtbaren Chinesen“ vor New Yorker Hintergründen suchen: dem Central Park und einem alteingesessenen Buchladen. Die Themen Abenteuer, Natur und Großstadtgeist sollen die Vielfältigkeit der 1952 im französischen Grenoble etablierten und heute weltweit verfügbaren Marke und ihrer Luxusprodukte zum Ausdruck bringen. at

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