Chinas reiche Acht – Mystisches aus dem Reich der Zahlen

8888 – Peninsula Rolls Royce. © at

Wer in China Geschäfte betreibt, wird schnell mit dem Phänomen konfrontiert, dass Zahlen weit mehr als ihre numerische Bedeutung zukommt und sie voll kultureller Konnotationen stecken. Zwar gibt es auch in Deutschland nicht wenige, die bestimmten Zahlen Glück oder Unglück bringende Eigenschaften zuweisen – Freitag, der 13., sei beispielhaft genannt – doch kommt dieses nicht an die Implikationen heran, die in China wahrzunehmen und vor allem von Handelstätigen zu berücksichtigen sind.

Eine exponierte Stellung genießt zweifelsfrei die Zahl Acht (八, ba), weil sie mit „reich werden“ (发财, facai) in Verbindung gebracht wird. Nicht nur viele Privatpersonen, sondern auch Unternehmen versuchen, eine Telefonnummer zu bekommen, welche am Ende eine Acht hat – mindestens! Gleiches gilt für PKW-Kennzeichen. Ein prägnantes Beispiel ist das Peninsula Hotel in Peking: Die Hausnummer an der Goldfischstraße ist 8, die Telefonnummer endet auf 888, getoppt vom Nummernschild des hauseigenen Rolls Royce mit 8888.

Auch auf weitere Lebensbereiche überträgt sich der Wohlklang der Zahl Acht. Beispielsweise wird der Vatertag in China am 08.08. gefeiert, denn die Zahl ist homophon mit „Vater“ (爸爸, baba). An demselben Tag im Jahr 2008 wurden um 8 Uhr abends die Olympischen Spiele in Peking eröffnet. Der britische Diplomat Davis berichtet 1874 wiederum über die Relevanz bei Hochzeiten: „Alsdann nimmt man die Hülfe der Sterndeuterei in Anspruch und stellt den beiden zukünftigen Ehegatten die Horoskope, welche man ‚die acht Charaktere‘ nennt. Diese Charaktere stellen das Jahr, den Monat, den Tag und die Stunde der Geburt des zu vereinigenden Paares dar. … Die Wahl eines bestimmten Tages ist eine so wichtige Sache, dass wenn der Kalender, worin alle diese Umstände angegeben sind, nicht günstig spricht, die Ceremonie auf mehrere Monate verschoben wird.“ Und natürlich bietet sich die Integration in Kommunikationsmaßnahmen, bei Sondereditionen von Produkten oder bei der Preisgestaltung an.

Nichts wird grösser geschrieben als das Streben nach eigenem Wohlstand und der Wunsch, dass andere diesen wahrnehmen. Die Acht ist hier eine äußerst ausdrucksstarke Metapher. at

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Ruf nach China-Marketing wird lauter – Jetzt schlagkräftige Wettbewerbsvorteile aufbauen und Geschäftserfolg nachhaltig steigern

Von führenden China-Experten empfohlen: „China-Marketing“ – Jetzt neu als eBook.

Das chinesische Wettbewerbsumfeld ist in den vergangenen Jahren einfacher geworden? Im Gegenteil! Ohne die Bereitschaft, sich landesspezifische Fachkompetenz anzueignen und ständig neu zu lernen, bleibt China für immer mehr Unternehmen ein Zukunftsmarkt auf dem Papier. Schließlich beinhaltet jedes einzelne der Marketingmix-Elemente Produkt, Distribution, Preis und Kommunikation zahlreiche Fehlerquellen. Diese lassen sich jedoch durch eine entsprechende Einweisung deutlich reduzieren, wenn nicht ganz vermeiden.

Das Ohr am Markt

China-Marketing“ vermittelt anhand zahlreicher Praxisbeispiele umfassend und anwendungsorientiert die für eine erfolgreiche Marktbearbeitung unverzichtbaren Einflussfaktoren. Dr. Peter Kreutzberger, Leiter des Wirtschaftsdienstes im Deutschen Generalkonsulat Shanghai unterstreicht: „Die Analyse des Konsumverhaltens von Chinesen macht das Buch für den fremden Markteroberer empfehlenswert. Nicht China-Pessimismus noch -Euphorie, sondern ‚Zur-Sache-Kommen‘ zeichnen das Buch als Erfolgsbaustein beim Aufbau Ihrer China-Strategie aus.“

Starke Marken verkaufen sich besser

Nutzen auch Sie verstärkt China-Marketing als operatives und strategisches Instrument, um schlagkräftige Wettbewerbsvorteile aufzubauen und Ihren Erfolg nachhaltig zu steigern. So geht’s: „China-Marketing – Erfolgsfaktoren für die Marktbearbeitung“. Das meistgelesene und -zitierte deutschsprachige Marketingfachbuch für Ihren Geschäftserfolg in China. Von führenden Experten als gewinnbringende Investition empfohlen. Jetzt neu als eBook.

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Erfolg in China – so geht’s!

Erfolgsfaktoren aus über 200 Jahren Chinageschäft. Jetzt neu als eBook. © at

Erfolgsfaktoren aus über 200 Jahren Chinageschäft. Jetzt neu als eBook. © at

Warum Jahr für Jahr Marketingbudgets verschwenden und das Rad neu erfinden, wenn entscheidende Erfolgsmerkmale im Chinageschäft seit Jahrhunderten unverändert gelten! Lernen Sie aus den Fehlern und Erfolgen aktueller Marktplayer und der ersten China-Pioniere im Kaiserreich wie BASF, Nivea, Siemens oder Nestlé.

Ob Marketing und Kundenansprache, Vertriebsprozesse oder Marktstrategien – der umfassende Jahrhundertvergleich „Zwischen Faszination und Furcht” schildert anschaulich und anwendungsorientiert die langfristigen Einfluss- und Erfolgsfaktoren, die für wirtschaftlichen Erfolg in China unverzichtbar sind. Stellungnahmen von hochkarätigen Führungskräften mit nachgewiesener Chinaexpertise und zahlreiche Fotografien, darunter seltene historische Werbemotive und Archivaufnahmen, ergänzen diese abwechslungsreiche Studie, die für jeden China-Handelspraktiker sehr zu empfehlen ist. Unter anderem urteilt Peter Tichauer, Chefredakteur des Wirtschaftsmagazins ChinaContact: „Eine unverzichtbare Lektüre, um Fehler zu vermeiden und Erfolgsstrategien für den chinesischen Markt auszuarbeiten.”

Nutzen auch Sie die entscheidenden Erfolgsfaktoren aus über 200 Jahren Chinageschäft! „Zwischen Faszination und Furcht” – Eine gewinnbringende Investition. Jetzt neu als eBook. at

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Sex sells – Nackte Haut in Chinas Werbung

Provokante Freizügigkeit. © at

Provokante Freizügigkeit. © at

Erotik und sexuelle Anspielungen in Kommunikationsmaßnahmen sind ein Spiel mit gesellschaftlichen Konventionen, das in der westlichen Welt ein Niveau erreicht hat, von dem man stets glaubt – oder hofft –, es könne nicht weiter unterschritten werden. Provokante Motive sorgen für Gesprächsstoff in breiten Teilen der Gesellschaft und die umworbene Marke ist rein sprichwörtlich in aller Munde. Ob Benetton, Calvin Klein, Pirelli oder H&M – wer erinnert sich nicht an die unzähligen Pressemeldungen über Auffahrunfälle und gestohlene Plakate aus Werbekästen, wenn Supermodel Claudia Schiffer im schlüpfrigen Dessous oder Fußballstar David Beckham im engen Slip posierte?

Auch in China ist die erotische Werbeansprache nicht unbekannt, wie die gezeigte Kompilation belegt. Gleichwohl Artikel 7 des chinesischen Werbegesetzes vorgibt, dass „obszöne” oder „geschlechtsdiskriminierende“ Werbemaßnahmen unzulässig sind, ist das Spiel mit der Gürtellinie sogar auf dem Vormarsch.

Der amerikanische Journalist Edgar Snow (1905–1972) schilderte in dem posthum veröffentlichten Buch „Die lange Revolution“ die seinerzeit vorherrschende chinesische Einstellung zu dem Thema „Mann und Frau“. Im vorkommunistischen China konnte eine unverheiratete Frau ihre Heiratsfähigkeit verlieren (oder sogar gesteinigt und öffentlich misshandelt werden), wenn sie allein mit einem Mann auf einem Feldweg wandelnd gesehen wurde. In den sechziger Jahren betrachtete man zwei junge Leute als verlobt, wenn sie sich ein- oder zweimal zu einer Radtour verabredeten.

Heutzutage ist China mit einem Anteil von über 70% der weltgrößte Hersteller von Sexspielzeug und „Adam and Eve Health Care Centres“ sind landesweit in jedem Stadtbild präsent. Willkommen zurück in der späten Ming-Periode? Die Blütezeit der erotischen Geschichten und Un-Sittenromane, in der auch der berühmte Roman Jin Ping Mei (金瓶梅) entstand und die – basierend auf der taoistischen Vorstellung, durch sexuelle Praktiken die Unsterblichkeit zu gewinnen – geprägt war durch eine Synthese von Erotik und Religion. Adrian Baar resümiert in „Erotische Geschichten aus China“ gar, der Taoismus sei die „lustfreundlichste Religion der Welt“. BASF brachte zu Zeiten des Kaiserreiches Werbegeschenke in Form von Mädchenbildern auf den Markt, darunter eine Frau mit blühendem Pflaumenbaumzweig. Im genannten Klassiker sind mit „Pflaumenblüten“ schöne Frauen gemeint.

Angesichts der abgebildeten Werbeanzeigen, darunter eine Dessouswerbung von Triumph, die mit den Slogans „Dangerous! Curves. maXimizer. Dare to be dangerous!“ wirbt, ein Schaufensterplakat der Modemarke Esprit sowie ein Poster des chinesischen Bierproduzenten Yanjing, stellt sich die Frage nach dem Interpretationsspielraum der gesetzlichen Vorgaben und den schlussendlichen Genehmigungskriterien.

Selbst wenn vornehmlich westliche Akteure als Darsteller zum Einsatz kommen, die von Deng Xiaoping anvisierten Zielsetzungen einer „geistigen Zivilisation” scheinen in weite Ferne gerückt. Zwar ist die Häufigkeit und Flächenpräsenz von erotischen Werbeelementen im chinesischen Markt noch weit vom westlichen Niveau entfernt – das Motto „Sex sells“ verfehlt auch hierzulande seine Wirkung nicht.

Der Kitzel zwischen Gesetzgeber und Werbewirtschaft bleibt mit Spannung zu beobachten. at

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Jaguar und Land Rover auf Goldkurs in China

Jaguar Scherenschnitt. © at

Außerordentlicher Erfolg auf beiden Seiten. Während China bei den Olympischen Sommerspielen in London die Medaillenrankings anführt, reüssiert das britische Unternehmen Jaguar Land Rover im chinesischen Automarkt und feiert Rekorde: 100% Wachstum gegenüber Vorjahr im ersten Halbjahr 2012. Und beste Aussichten, dass China für die Traditionsmarken noch vor Großbritannien und den USA zum größten Absatzmarkt avanciert.

Den bedeutendsten Anteil haben daran die Modelle Jaguar XJ, chinesisch 捷豹 (jiebao, „Siegesjaguar“), und der „Straßentiger“ (路虎, luhu) Range Rover Evoque. Ersterer lässt für Chinas zahlungskräftige Kunden wohl kaum Wünsche offen. Neben den technischen Details – 510 PS, V8-Kompressor – macht vor allem die Innenausstattung von sich reden und dem Namen „Ultimate“ alle Ehre: Ein in der Rückbank integrierter Champagner-Kühlschrank gefällig? Ein Klangsystem mit 20 Lautsprechern, iPads inkl. Tastatur auf jedem Fondplatz, klimatisierte Massagesitze, elektrisch verstellbare Business-Tische…? Volllederausstattung und Sitzheizung selbstverständlich. Oder alternativ die Victoria Beckham Sonderedition des Evoque, eines der erfolgreichsten neu vorgestellten Modelle der diesjährigen Pekinger Automesse?

Für den Vertrieb setzt Jaguar Land Rover auf hochmoderne Showrooms in besten Lagen, wie im Shanghaier Jinmao Tower. Hier erwartet den interessierten Käufer eine Kombination aus glänzenden Fahrzeugen, audio-visuellen Informationsmedien und chinesischen Elementen als kultureller Brückenschlag, zum Beispiel rote Scherenschnitte. Diese Kunst gilt als eine der ältesten in China und kann bis ins 6. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Als klassische Motive sind vor allem Symbole beliebt, die mit Glück, Freude und Hoffnung in Verbindung gebracht werden können. Die Scherenschnitte von Jaguar und Land Rover kommen wiederum als kulturelle Hybride daher, auf denen die Limousinen eingerahmt werden durch weltberühmte Türme und Brücken aus Shanghai und London – zu sehen sind unter anderem der Oriental Pearl Tower, das World Financial Center, Big Ben und die Tower Bridge – und kulturell bedeutungsvolle Symbole wie Drachen, Spatzen und Fische.

Im Wettkampf um die unternehmensinterne Goldmedaille bleiben noch fünf Monate. Werden Jaguar und Land Rover in China ihr Tempo beibehalten können und Großbritannien und die USA auf den zweiten und dritten Platz verdrängen? 加油! Go for gold! at

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Big Mac im Elster-Pavillon

Chinesisches McDonald’s. © at

Als der weltgrößte Hamburgerkonzern 1992 seine erste Filiale in der chinesischen Hauptstadt Peking eröffnete, hätte der Start nicht besser verlaufen können: Über 40.000 Kunden am ersten Tag und zu Stoßzeiten eine Schlange von über 500 Wartenden, die bereit waren, ein Sechstel eines damaligen Arbeitergehaltes für eine Hamburger Combo auszugeben. McDonald’s – das galt als Eintrittskarte in die Welt amerikanischen Glamours, als Symbol des reichen und modernen Westens.

Mit mehr als 1500 Restaurants ist China für „Maidanglao“ (麦当劳) heute der drittgrößte Markt weltweit. 2011 allein wurden über 200 neue Restaurants ausgestattet und eröffnet. Und für 2012 sind die Ziele noch ambitionierter. Was wie eine sagenhafte Erfolgsgeschichte klingt, relativiert sich im Vergleich zum Wettbewerber Kentucky Fried Chicken: Das Unternehmen aus Louisville, Kentucky, operiert hierzulande mit über 4600 Filialen und generiert mittlerweile 44% seines weltweiten Umsatzes in China.

Für McDonald’s lautet das neue Zauberwort zur Gewinnung zusätzlicher Marktanteile neben preislichen Offerten vor allem verstärkte Lokalisierung – Adaptation an den chinesischen Markt. Dazu zählt beispielsweise eine Anpassung des Menüs an das lokale Geschmacksempfinden: Allem voran ein neuer Hühnchen-Burger, und anstatt Pommes frites können Kunden Mais oder Gemüsewraps wählen, zum Nachtisch gibt es als Alternative zum internationalen Angebot auch Tarotaschen. Neben dem Ausbau des Restaurantnetzes und speziell an den chinesischen Markt angepassten Werbeanzeigen, Gewinnspielen, Sammelaktionen und saisonalen Kampagnen wie anlässlich des Chinesischen Frühjahrsfests versucht das Fast Food Unternehmen vor allem durch einen Lieferservice die Nähe zum Kunden zu verbessern. Ein Anruf unter der Nummer 4008-517-517 – „517“ hat im Chinesischen den gleichen Klang wie „Ich will essen“ – genügt, und ein Lieferfahrrad oder -mofa in rot-gelb ist unterwegs.

An Filialorten mit entsprechend hohen Umsatzerwartungen ist – sofern es die vorhandene Gebäudestruktur erfordert – selbst ein Abweichen von den sonst strikten Corporate Design Richtlinien möglich. Das abgebildete Beispiel eines Restaurants in einem im traditionellen, chinesischen Stil rekonstruierten Gassenhaus demonstriert dieses anschaulich: Wäre nicht McCafé in lateinischen Buchstaben und mit dem charakteristischen Schriftzug an der Front angebracht, wäre für manch einen westlichen Betrachter nicht mehr evident, dass es sich um ein McDonald’s-Restaurant handelt.

Big Mac im Elster-Pavillon – soweit, was von dem Wunsch nach „amerikanischen Glamour“ zwanzig Jahre nach Eröffnung der ersten Filialen übriggeblieben ist. at

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Schweizer Renaissance der chinesischen Zeitrechnung

Das Beste aus beiden Welten. © at

Hochachtung vor der chinesischen Kultur: Vor wenigen Monaten brachte die älteste Uhrenmarke der Welt Blancpain als internationale Exklusivität die erste Armbanduhr heraus, die mit dem traditionellen chinesischen Kalender ausgestattet ist.

Die Calendrier Chinois Traditionnel integriert das Beste aus beiden Welten: Auf dem Zifferblatt stehen neben Stunde, Minute und dem Datum des abendländischen gregorianischen Kalenders die bedeutendsten Anzeigen des chinesischen Lunisolarkalenders. Dazu zählen der Mondmonat, der traditionell in zwölf Doppelstunden eingeteilte Tag, die zwölf astrologischen Tierkreiszeichen und die Fünf Elemente (五行, wu xing) Holz, Feuer, Metall, Wasser und Erde, denen jeweils zwei Himmelsstämme (天干, tiangan) zugeordnet sind. Kombiniert mit den zwölf Erdzweigen (地支, dizhi) ergeben diese den Sechzigjahreszyklus des chinesischen Kalenders.

Für das chinesische Neujahrsfest 2012 wurde eine limitierte Sonderedition von 20 Exemplaren in Platin herausgegeben. Diese sind mit einer Schwingmasse aus Weißgold ausgestattet, die mit einem Madagaskar-Rubin besetzt und einem gravierten Drachen geschmückt ist. Kostenpunkt: 63.980 Euro.

Renaissance im Drachenjahr: Eine interessante Symbiose aus höchster Handwerkskunst und Elementen unterschiedlicher Kulturkreise in Ost und West, die ohne Zweifel bei Chinas kaufkräftiger und statusbedürftiger High Society ihre Nachfrage finden wird. at

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Schweizer Kaffeegenuss im Drachenstil

Nescafé Geschenkpackung in China. © at

Internationale Konsumentenerhebungen zeigen auf, dass chinesische Verbraucher dazu tendieren, mehr Geld für attraktive Verpackungen auszugeben. Auffällige Farb- und Formgestaltung ist erwünscht, denn ansprechend verpackte Produkte eignen sich zum Verschenken. In dieser Funktion kommt ihnen eine große symbolische Bedeutung zu, zum Beispiel Respekt, Dank oder Anerkennung gegenüber Mitgliedern der Gesellschaft auszudrücken und der Pflege der gesellschaftlichen Harmonie zu dienen. Entsprechend hoch ist das Involvement der Konsumenten beim Kauf.

In China herrscht eine ausgeprägte Geschenkekultur, die auf das Tributsystem in der Kaiserzeit zurückgeht, ein Konzept, nach dem China als Reich der Mitte im Zentrum der Zivilisation steht und der Kaiser als Himmelssohn die gesamte Menschheit repräsentiert, was alle übrigen Länder zu berücksichtigen haben und durch ihre Geschenke für das chinesische Verständnis auch taten. Die chinesische Staatstheorie war die eines Universalstaates. Fremde Herrscher, welche Kontakt- oder Handelsaufnahme wünschten, sollten sich zuerst unterwürfig zeigen, Amtseinsetzung erfahren und Delegationen schicken, welche vor dem Kaiser den Kotau vollzogen.

Unternehmen wie beispielsweise Nestlé reagieren auf diesen kulturellen Aspekt zum Teil mit speziellen Geschenkpackungen. Ein besonderes Beispiel ist die Marke Nescafé, 雀巢咖啡 (quechao kafei). Dieses Kaffeegetränk wird ganzjährig zusätzlich zu den normalen Verpackungen nicht nur in rot-goldenen Geschenkboxen angeboten, für Feiertage wie das Frühjahrsfest kommen darüber hinaus limitierte Jahreseditionen heraus. Die diesjährige Zusammenstellung enthält neben Kaffee und Weißer einen goldenen Löffel mit geschwungenem Drachengriff sowie zwei Tassen und Untersetzer mit goldener und roter Drachenapplikation in Form des traditionellen Drachen-Schriftzeichens 龍 (long). Natürlich darf auch ein sogenannter „roter Umschlag“ (hong bao, 红包) mit einer glückverheißenden Redewendung nicht fehlen. In diesen werden zu chinesischen Festen Geldgeschenke überreicht.

Wer möchte nicht der Glückliche sein, eine derartige Sonderedition als Geschenk zu erhalten, um seinen Kaffee stilecht im Drachenservice genießen zu können? at

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Tupperware setzt in China auf Revolution

Der Sonne einer gesünderen Zukunft entgegen. © at

Eine neuzeitliche Werbemaßnahme, die Erinnerungen an kommunistische Propagandaposter weckt? Der amerikanische Konzern Tupperware macht es vor. In revolutionärer Pose strebt eine chinesische Ein-Kind-Familie der Sonne einer gesünderen Zukunft entgegen. Vorbei die Zeiten ungesunder Lebensmittel und noch ungesünderer Verpackungen.

Mit Tupperware, 特百惠 (te bai hui), ist die Bewegung „Neues Leben“ (新生活運動) wieder gegenwärtig wie einst im Jahre 1934, als sie von Staatspräsident Chiang Kai-shek inmitten des Bürgerkriegs zwischen der Nationalen Volkspartei Kuomintang und der Kommunistischen Partei ins Leben gerufen wurde. Ziel dieser Bewegung war die Rückbesinnung auf die konfuzianische Ideologie, namentlich die traditionellen vier Tugenden Höflichkeit, Rechtschaffenheit, Anstand und Ehrgefühl, auf deren Grundlage sich die „Wiedergeburt des chinesischen Volkstums“ vollziehen sollte. In einer Rede in der Republikhauptstadt Nanjing verkündete Chiang, dass diese die wesentlichen Prinzipien für die Förderung der Moral seien und die Grundregeln für den Umgang mit Menschen und menschlichen Angelegenheiten, für die Veredelung von sich selbst und die Verbesserung der eigenen Umgebung bildeten. Als Handlungsnormen wurden acht Grundsätze formuliert, von denen der dritte – für Tupperware höchst passend – lautet: „In Kleidung und Essen und überhaupt in allem, was wir tun und treiben, müssen wir einfach und ordentlich sein, rein sauber.“

Mit der Machtübernahme der Kommunisten und der Gründung der Volkrepublik China im Jahr 1949 wurde Chiangs Bewegung „ausgesetzt“ – mit Sicherheit nicht, um viele Jahrzehnte später auf ein Revival durch ein US-Unternehmen zu warten. Aber angesichts immer wieder auftretender, beängstigender Vorfälle im chinesischen Lebensmittelsektor kann eine stärkere Aufmerksamkeit auf das bedeutende Thema „Gesundheit“ nicht schaden. In diesem Sinne: Es lebe die „Tupper“-Revolution! at

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